Wir Karlsruher sind zu beneiden. Viele Fernradwege führen durch bzw. grenzen an unsere Stadt. Die bekanntesten sind mit Sicherheit der Rheinradweg von Weil am Rhein bzw. Basel bis Lampertheim, der Rheintalweg von Konstanz über Ettlingen nach Heppenheim, der Schwarzwaldweg von Karlsruhe nach Lörrach, der Stromberg-Murrtal-Radweg von Karlsruhe über Durlach ins Pfinztal bis nach Gaildorf und last but not least der Paneuropa Radweg von Paris über Karlsruhe nach Prag. Wenn man mal vom Schwarzwaldweg absieht, folgen alle Radfernwege in und um Karlsruhe einem Fluss, sind somit flach und auch für Familien mit Kindern gut zu bewältigen.
Karlsruhe ist zwar größtenteils eine flache Stadt, aber auch Mountainbiker kommen auf ihre Kosten: Zentrumsnah gelegen ist zunächst mal der Turmberg in Durlach. Er ist vielleicht nicht gerade der Traum eines wahren Mountainbikers, aber für Radler, die die Berge lieben, mit Sicherheit ein Ziel in Karlsruhe. Derzeit wird noch an der neuen Aussichtsplattform gebaut, aber auch ohne kann man einen atemberaubenden Blick über Karlsruhe und das Rheintal erhaschen. Rechtzeitig zum runden Stadtgeburtstag im nächsten Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Wer nicht hochradeln will, kann auch in die Turmbergbahn steigen und sich kutschieren lassen.

Ideale Bedingungen für Mountainbiker bieten die Bergdörfer. In einem dieser Dörfer wohne ich: in Grünwettersbach. Hier befindet sich auch der höchste Punkt der Stadt, die Rust-Hütte nahe des Wildschweingeheges liegt auf einer Höhe von 322,7 m.

Wenn ich mich am Berg austoben will, muss ich nur einer der steilen Straßen zum Funkturm folgen und schon bin ich mitten im stadtnahen Paradies für Mountainbiker. Selbst für Downhiller gibt es zwei Strecken, eine führt vom Wildschweingehege den Strommasten folgend steil runter Richtung B3, die andere verläuft ein paar hundert Meter entfernt parallel dazu den Berg hinunter und heißt Eisdielenweg. Woher dieser Name kommt, ist mir schleierhaft, denn weit und breit ist keine Eisdiele, aber ich bin mir sicher, dass sich um diesen Namen eine Geschichte rankt. Wer sie kennt, möge sich bitte bei mir melden.

Selbst auf YouTube gibt es ein paar Filme über die beiden stadtnahen Downhill-Strecken:

Downhill fahren ist nicht mein Ding. Dafür fehlen mir der Mut, der Wille und das fahrerische Können. Ich ziehe die etwas weniger steilen Waldwege vor und davon gibt es zwischen Grünwettersbach, Busenbach, Ettlingen und Wolfartsweier viele. Man kann stundenlang den Wald rauf und runter fahren und Höhenmeter schinden, ohne einen Weg zweimal befahren zu müssen.

Probiert es einfach mal aus, schwingt euch aufs Rad, fahrt den Berg hoch nach Grünwettersbach und folgt der Beschilderung zum Wildschweingehege. Von da lasst euch einfach treiben. Folgt der Beschilderung des Schwarzwaldvereins und fahrt nach Ettlingen, Busenbach, Wolfartsweier oder zum Bismarckturm. Oder folgt dem Panoramaweg oberhalb von Ettlingen. Es könnte zwar sein, dass ihr dort euer Rad an einigen Stellen wegen der Treppenstufen schultern müsst, aber der Ausblick über Ettlingen ist die Anstrengung wirklich wert.