Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Schlagwort: StVO

Die Fronten sind verhärtet

Gestern hatte ich Standdienst beim ADFC Karlsruhe auf DAS FEST. Letztes Jahr haben wir außerhalb des Geländes Fahrräder codiert. Dieses Mal waren wir lediglich mit einem Infostand vertreten. Es war brütend heiß. Wir hatten unter dem Zelt wenigstens ein bisschen Schatten, die Festbesucher flanierten in der prallen Sonne an den vielen Infoständen vorbei.

Da es bei uns keine Gimmicks in Form von Hüten, Taschen oder Kugelschreiber gab, hielt sich der Ansturm der Massen in Grenzen. Wer zu uns kam, wollte entweder konkrete Informationen oder sich beschweren. Ersteren konnten wir natürlich helfen. Schließlich hatten wir umfangreiches Info- und Kartenmaterial dabei oder konnten die zuständigen Ansprechpartner benennen.

Schwieriger waren die Kandidaten, die mal so richtig vom Leder ziehen wollten.

Als ich unlängst mit meinem Hund auf dem Gehweg in der Bahnhofsstraße in Richtung Innenstadt unterwegs war, da hätte doch beinahe ein Radfahrer, der von der Brücke beim Zoo kam, meinen Hund überfahren. Als ich was gesagt habe, hat der Mann mich bespuckt!

Was soll man darauf sagen? Am besten man sagt zunächst mal gar nichts, sondern hört nur zu und „grunzt“ therapeutisch.

Ja, auch unter den Radfahrern gibt es Armleuchter. Auch ich hasse es, wenn mir im Dunkeln ein Radfahrer ohne Licht entgegenkommt, als Geisterfahrer unterwegs ist oder bei Rot über die Kreuzung fährt, während ich wie ein Lämmchen auf Grün warte. Aber Idioten gibt es unter allen Verkehrsteilnehmern.

Es ist extrem schwierig bis unmöglich, mit Leuten zu diskutieren, die ihr Feindbild fest verankert im Kopf haben. Man kann sie weder mit Gegenbeispielen noch mit Daten und Fakten eines Besseren belehren. Ihre subjektive Wahrnehmung ist eine andere und damit basta. Sie erinnern sich einfach nicht an die vielen Radfahrer, die sich den Regeln entsprechend verhalten, sondern nur an die wenigen Idioten, die sich über alle Regeln hinwegsetzen.

Das verkehrssichere Rad

Der Schuster hat ja bekanntlich die schlechtesten Schuh. So musste ich mich unlängst von meinem Kollegen belehren lassen, dass die drei Räder, mit denen ich meist unterwegs bin – mein Reiserad von Rennstahl, das Faltrad von Tern und das Lastenrad von Riese u. Müller – allesamt nicht den Anforderungen der StVZO entsprechen was die Beleuchtungsanlage betrifft.

Bei meinem Faltrad war mir das bewusst, bei meinen anderen beiden Rädern hätte ich Stein und Bein geschworen, dass sie mit allen vorgeschriebenen und bauartgenehmigten lichttechnischen Einrichtungen ausgerüstet sind, die der Gesetzgeber vorschreibt.

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Halbwissen auf Rädern

Seit dem 19. Januar 2013 hat der Führerschein nur noch eine Lebensdauer von 15 Jahren. Danach muss es umgetauscht werden, damit das Dokument und das Lichtbild immer auf einem halbwegs aktuellen Stand sind. Ob der Führerscheinbesitzer, dem dieses Dokument gehört, auch auf dem aktuellsten Stand ist, was seine Kenntnis der Straßenverkehrsordnung anbetrifft, interessiert komischerweise niemanden. 

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Behält auch ein abgehängtes Schild seine Gültigkeit?

Diese Frage stellt sich mir seit Kurzem auf einer meiner Joggingrunden. Eigentlich ist der geschotterte Weg für den motorisierten Verkehr verboten (Zeichen 260: Verbot für Krafträder und Kraftwagen). Jetzt wurde das Schild von wem auch immer mit einem Müllsack abgedeckt. Anhand der Form des Schildes kann man nicht erkennen, was hier verboten ist. Das könnte alles Mögliche sein, angefangen vom Verbot für Fahrzeuge aller Art, über Verbot für den Radverkehr bis hin zu Verbot für Viehtrieb.

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Freihändig fahren

Wusstet ihr, dass freihändig fahren eine Ordnungswidrigkeit darstellt und mit einem Bußgeld in Höhe von 5 Euro geahndet werden kann? Ich nicht! Ich finde es zwar weder cool noch bewunderungswürdig, wenn andere Radfahrer freihändig fahren, doch dass das gar nicht erlaubt ist, war mir nicht bewusst.

§ 23 StVO: Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers

(3) Radfahrer und Führer von Krafträdern dürfen sich nicht an Fahrzeuge anhängen. Sie dürfen nicht freihändig fahren. Die Füße dürfen sie nur dann von den Pedalen oder den Fußrasten nehmen, wenn der Straßenzustand das erfordert.

Gestern auf dem Weg in die Stadt fuhr so eine Fahrkünstler vor mir. Es hatte angefangen leicht zu regnen und der junge Mann hatte nur ein T-Shirt an. Er fuhr freihändig. Auf seinem Rücken trug er einen Rucksack, in dem sich seine Jacke befand. Wir fuhren auf dem Radweg neben einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße Richtung Stadtzentrum und querten Seitenstraßen, umfuhren auf dem Radweg verkehrswidrig geparkte Autos, Fußgänger und Hunde. Seelenruhig nahm der junge Mann bei voller Fahrt seinen Rucksack vom Rücken, holte seine Jacke raus, hing sich den Rucksack über eine Schulter, während er über den anderen Arm schon mal den Ärmel der Jacke zog. Dann wechselte er den Rucksack auf die andere Schulter und zog sich die Jacke komplett an. Er tat es ohne Hast, selbst die rote Ampel, auf die wir zufuhren machte ihn nicht hektisch. Er schien eine gewisse Routine darin zu haben. In dem Moment fühlte ich fast so etwas wie Bewunderung, obwohl die Aktion eigentlich total gefährlich war. Was wäre passiert, wenn aus einer Seitenstraße ein Fahrzeug gekommen wäre, während er gerade dabei war, sich die Jacke überzustreifen? Hätte er noch reagieren können? Ich glaube kaum.

Radfahrer, auf die ich verzichten kann

Radfahrer ohne Licht
Ich bin ein Spießer, stehe dazu und gehe lieber auf Nummer sicher, ich möchte nicht nur selbst was sehen, sondern auch gesehen werden. Mein Rad ist mit einer funktionierenden Beleuchtungsanlage ausgestattet und ich habe, weil ich in der Vergangenheit negative Erfahrungen gesammelt habe, sogar noch eine zweite Fahrradlampe in meinem Rucksack. Ja, ich weiß, das ist vielleicht übertrieben, aber Safety First.

Radfahrer mit Kopfhörer
Muss man überall, wo man geht, steht oder fährt seinen „Bullshit-Filter“ tragen. Geht es nicht auch mal ohne musikalische Beschallung? Derart abgeschirmt von der Außenwelt beeinträchtigt leider so ein Kopfhörer bei vielen Radfahrern nicht nur die Hör-, sondern auch die Seh- und Denkfähigkeit. Wenn ihr schon nichts hört, solltet ihr wenigstens Handzeichen geben, wenn ihr abbiegen wollt. Auch wäre es nett, wenn ihr erst schaut, ob die Straße auch frei ist, wenn ihr sie überqueren wollt. Nur weil ihr von den anderen Verkehrsteilnehmern nichts mitbekommt, heißt das nicht, dass ihr überall freie Fahrt habt.

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