Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Schlagwort: Sport

Kunst und Sport

Die Fächer Kunst und Sport spielen an den weiterführenden Schulen eher eine Nebenrolle. Wenn sie ausfallen, kräht in der Regel kein Hahn danach, aber wehe der Mathelehrer ist mal einen Tag krank, dann laufen die Eltern Sturm, denn Malte-Jonas und Lena-Marie könnte das ja ihren weiteren Lebensweg verbauen.
Von daher bin ich froh, dass meine beiden Töchter dem Kunst- und Sportunterricht etwas abgewinnen und sich auch bei uns im Haus künstlerisch und sportlich austoben konnten. Manche dieser Spuren haben wir mittlerweile beseitigt – z.B. die Reifenspuren an der Flurtapete, an denen man ablesen konnte wie virtuos sie ihr Einrad gerade beherrschten. Die Wände der Gästetoilette dagegen  zeugen noch heute von ihrem künstlerischen Schaffensdrang.

Manche Gäste fühlen sich vielleicht beobachtet und würden das Klopapier wahrscheinlich auch alleine finden, aber zumindest gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken, denn das Gesamtwerk ist noch nicht vollendet.

Ausdauersport – wenn aus Spaß Sucht wird

Eine Erkältung hat mich aus der Bahn geworfen und auf Anraten des Arztes kann ich eine Woche weder joggen noch Rad fahren. Ich könnte die Decke hochgehen. Immer wieder schaue ich sehnsüchtig nach draußen. Wenigsten das Wetter hat ein Einsehen. Es ist trüb und regnet. Doch trotz dieses Schmuddelwetters wäre ich jetzt lieber draußen auf meinem Rad als drinnen in der Stube. Sind das bereits die ersten Anzeichen von Sucht? Ausdauersport, so heißt es doch immer, sei gut für Körper, Geist und Seele. Macht ein Zuviel davon etwa auch süchtig? Nichtsportler würden im Leben nicht daran denken bei diesem Wetter nach draußen zu gehen. Ich würde alles dafür geben, könnte ich jetzt meine Laufschuhe anziehen und eine Runde joggen oder mich aufs Rad schwingen, um ein wenig durch den Wald zu fahren.
Wenn ich nicht auf die Warnsignale meines Körpers und den Rat meines Arztes hören würde, ja, dann wäre das ein Zeichen dafür, dass ich suchtgefährdet bin. Komisch, dass man auch süchtig werden kann nach etwas, dass – wenn in Maßen genossen – gut ist für die Gesundheit. Wenn aus Spaß am Sport Zwang zum Sport wird,  ist der Schritt zur Abhängigkeit nicht mehr weit.  Wer meint, täglich Sport treiben zu müssen, wer schlecht drauf ist und nicht mehr schlafen kann, sprich ein „Kotzbrocken“ für seine Umwelt ist, wenn er mal einen Tag nicht Sport treiben kann, der sollte vielleicht mal in sich gehen, ob er / sie sich nicht doch mal in ärztliche bzw. psychologische Behandlung begeben sollte.
Doch ähnlich wie bei der Alkoholsucht, dauert es lange bis der  Sportsüchtige sich eingesteht, dass sein Verhalten zwanghaft ist. Neben der Zwanghaftigkeit, zeigt sich die Sportsucht auch daran, dass das ganze Leben sich nur noch um den Sport dreht. Familie und Freunde werden unwichtig und treten in den Hintergrund und soziale Kontakte außerhalb des Sports werden vernachlässigt. Oft geht die Sportsucht auch einher mit massiven Essstörungen. Der Sport als Mittel zur perfekten Figur, wobei „perfekt“ meist extrem dünn ist.

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