Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Schlagwort: Handschuhe

5 Grad und Schneeregen

Bei diesem Wetter fahren nur Hartgesottene mit dem Rad: Ich zum Beispiel. Komischerweise macht mir das überhaupt nichts aus, morgens um 6 Uhr bei knapp über Null Grad und Schmuddelwetter mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Dank meiner Überhandschuhe habe ich auch keine kalten Hände. Das war früher immer mein größtes Problem. Aber die Overmitt II von VAUDE schützen vor Kälte, Fahrtwind und Nässe. Doppelt gewappnet mit warmen Skihandschuhen und den Overmitt II, habe ich auch bei diesem Wetter immer warme Finger. Wählt die Überhandschuhe nicht zu groß. Wenn eure Handschuhgröße 8 ist, wählt auch die Überfäustlinge in 8. Bei den Größen ist bereits berücksichtigt, dass man darunter noch andere Handschuhe trägt. Das einzige Manko ist, dass die Feinmotorik zu wünschen übrig lässt. Aber diesen Nachteil nehme ich gerne in Kauf.

Überhandschuhe von VAUDE

Überhandschuhe von VAUDE

Übrigens kann man solche Überhandschuhe auch gut zu Nikolaus verschenken. Sie machen sich gut als praktische Umverpackung für Süßigkeiten, Nüsse und Mandarinen.

Heizung für den Sattel

Fünf Studenten des Fachbereichs Mikrosystemtechnik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg haben laut Spiegel Online einen beheizbaren Fahrradsattel erfunden. Zwei auf dem Sitz befestigte und über den am Hinterrad montierten Dynamo mit Energie versorgte Thermofolien sorgen bei klirrender Kälte für Wärme am Popöchen. Wer es also am Hintern schnell warm haben will, muss schnell in die Pedale treten. Damit erübrigt sich die Erfindung eigentlich von selbst, denn wenn ich bei Kälte in die Pedale trete, wird mir von alleine warm. Und wenn ein Körperteil bei Kälte nicht so leicht friert, dann ist es mein Allerwerteste.

Gott sei Dank lassen sich auch die Lenkergriffe an das von den Studenten erfundene System anschließen. Da sehe ich auch das größte Potential, denn ich habe noch nie einen Radfahrer über einen kalten Hintern lamentieren hören, aber über frierende Hände klagt in der kalten Jahreszeit in der Regel jeder. Die Temperatur lässt sich über einen Temperaturregler einstellen und ist auf max. 40 Grad begrenzt. Leider gibt es das System noch nicht käuflich zu erwerben. Die Studenten testen es noch in den kommenden Wintermonaten. Mal sehen, ob wir nächstes Jahr über Kickstarter oder eine ähnliche Crowdfunding Plattform Neues von der Uni Freiburg und ihren Tüftlern hören. Ich hoffe es jedenfalls sehr, denn ich bin immer noch auf der Suche nach optimalen Winter-Handschuhen, bisher leider vergeblich. Da wären beheizte Lenkergriffe eine echte Alternative.

Die richtige Winterkleidung

Gibt es DIE richtige Winterkleidung? Ich glaube nicht, denn jeder Mensch empfindet anders. Der eine schwitzt schon, während der andere noch fröstelt. Die perfekte Kleidung fürs Radfahren im Winter gibt es also nicht. Was richtig ist, muss jeder einzelne für sich selbst zusammenstellen, und Zusammenstellen muss nicht unbedingt heißen, neu kaufen. Wenn man bei Kälte oder sogar Minusgraden losfährt, darf man ruhig noch frieren. Wer es beim Losfahren schon mollig warm hat, der wird spätestens nach ein paar Kilometern schwitzen.

Über den Kopf verliert man am meisten Wärme. Ich trage daher im Winter immer eine Unterziehmütze unter meinem Helm. Sie ist dünn genug, damit der Helm noch passt und ich vom Verkehr noch alles mitbekomme und dick genug, um meinen Kopf vor dem kalten Fahrtwind zu schützen.

Empfindlich bin ich auch an den Händen und Füßen. Wenn es kalt wird, versorgt unser Körper automatisch die Körpermitte und die wichtigsten Organe mit Blut und Sauerstoff. Ergebnis: unsere Hände und Füße werden als erstes kalt, weil sie von dieser Körpermitte am weitesten weg sind. Bei den Handschuhen sollte man also nicht sparen. Sie sollten wind- und wasserdicht sein. Viele Ausrüster bieten auch Handschuhe mit wasserdichtem Regenüberzug, den man bei Bedarf über die Fingerhandschuhe stülpen kann.

Überschuhe sind ebenfalls extrem wichtig. Sie schützen die Füße und die Schuhe vor Nässe, Schmutz und Kälte. Überschuhe sind dehnbar, so dass sie über jeden Schuhtyp passen. Es gibt sie in verschiedenen Größen, Dicken, Materialien und Preislagen.

Alle anderen Bekleidungsstücke, die man bei Kälte fürs Rad fahren anziehen könnte, habt ihr wahrscheinlich sowieso in eurem Schrank. Wieso neue Funktionsunterwäsche kaufen, wenn ihr diese bereits habt, weil ihr Ski fahrt, auch im Winter joggt, oft Schlittschuh lauft oder wandern geht. Die unterste Schicht soll Feuchtigkeit, sprich euren Schweiß, vom Körper weg nach außen transportieren. Also bitte keine Baumwolle, sei sie anfangs auch noch so angenehm am Körper. Funktionsunterwäsche sollte möglichst hautnah sitzen ohne einzuengen. Empfehlen kann ich da Funktionsunterwäsche von Odlo oder Skins. Die hält ewig und behält auch nach tausend Waschgängen noch die Facon. Außerdem mufft sie auch nach häufigem Tragen nicht nach Schweiß. Ihr kennt das bestimmt auch. Es gibt Kleidungsstücke, die riechen schon nach Schweiß, wenn man sie anzieht, dass man bei sich selbst nicht sitzen möchte. Dieses Phänomen habt ihr bei der Funktionsunterwäsche von Odlo und Skins nicht.

Manchen reicht bereits diese Schicht unter einer flauschig warmen, wind- und wasserdichten Funktionsjacke. Mir ist das noch zu wenig. Wenn das Thermometer unter 5 Grad fällt, brauche ich zwischen der Funktionsunterwäsche und der Funktionsjacke noch eine weitere wärmende mittlere Schicht. Das kann ein weiteres Unterhemd sein, ein Thermo-Trikot oder ein langarmiges Laufshirt. Ich wette auch in den Tiefen eures Kleiderschrankes verbergen sich viele Kleidungsstücke, die ihr als zweite, isolierende Schicht anziehen könntet. Die Ausrede „ich habe gar nichts anzuziehen“ zieht bei den meisten von uns nicht.

An den Beinen bin ich relativ unempfindlich. Ich kann auch im Herbst noch lange mit kurzer Radhose oder Baggy Shorts fahren. Bei Licht betrachtet besitze ich nicht einmal eine lange Radhose. Ich fahre im Winter immer mit einer meiner langen Jogginghosen. Die meisten haben vorne Windstopper-Material und schützen mich so vor dem eisigen Wind.

Praktisch finde ich auch die neuen Thermo-Trägerhosen, die sogenannten Bib-Tights. Sie verrutschen nicht und halten die Rückenpartie schön warm. Bei früheren Trägerhosen musste man/frau sich ja immer erst halb ausziehen, wenn er/sie mal auf die Toilette musste. Dieses Problem gibt es bei den neuen Trägerhosen nicht mehr. Das Trägerteil lässt sich entweder über einen Reißverschluss oder durch Haken vom Unterteil trennen und erleichtert somit den Gang zur Toilette.

Was mir noch fehlt ist eine gescheite Brille. Schon nach wenigen Metern in der Kälte auf dem Rad tränen mir die Augen. Das nervt nicht nur, das behindert die Sicht. Deshalb bin ich derzeit auf der Suche nach einer perfekt sitzenden Brille. Eine Brille, die seitlich und oben gut anliegt und keine Zugluft durchlässt. Im Wald habe ich auch schon Mountainbiker mit Skibrille gesehen. Das ist zwar effektiv, sieht aber sehr gewöhnungsbedürftig aus.

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