Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Schlagwort: E-Bike Seite 1 von 3

Keine Haftpflicht für Pedelecs

Die Einführung einer obligatorischen Haftpflichtversicherung für Pedelecs, die im EU-Parlament diskutiert wurde, scheint vom Tisch. Offiziell ist das zwar noch nicht, aber da der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sich gegen solch eine Haftpflichtversicherung ausgesprochen hat, ist das nur noch eine Formalie. Ich kann also auch weiterhin ohne Nummernschild mit meinem Lastenrad durch die Gegend radeln.
Die Vorstellung, dass ich für mein Packster 40 eine Versicherung hätte abschließen müssen wie für ein S-Pedelec oder E-Bike, hat mir schon keine Ruhe mehr gelassen.
Ein Pedelec ist ein Fahrrad und kein Kraftfahrzeug. Nur die Versicherungen hätten sich die Hände gerieben. Die Fahrradindustrie hingegen hätte mit Sicherheit einen Einbruch bei den Verkaufszahlen zu verzeichnen gehabt. Außerdem stelle man sich mal den Verwaltungsaufwand vor, den die Einführung einer obligatorischen Haftpflichtversicherung nach sich gezogen hätte. Der Kelch ist also noch mal an uns vorübergegangen.

Wenn der Postbote zweimal klingelt

Die Post macht es vor

E-Lastenrad der Post

Egal, ob mit Antrieb oder ohne, die Post setzt bei der Briefzustellung verstärkt aufs Fahrrad.

Vorteile:

  • Parkplatz direkt vor der Haustür des Kunden
  • Kostengünstig
  • Flexibel
  • Umweltfreundlich
  • Und für den Zusteller selbst gibt es Bewegung an frischer Luft gratis.

Rotwild E-Bike Tour

Kaum bin ich mit unserer Ältesten auf einer 1-wöchigen Radtour durchs Ländle, bekomme ich von meiner besseren Hälfte die folgende WhatsApp Message:

Growing old is not for sissies.

Wem sagst du das, hätte ich am liebsten geantwortet, wenn das Foto, das dieser Nachricht beigefügt war, mich nicht umgeworfen hätte:

Rotwild RT – HT 28 Tour

Kauft sich mein Gatte doch einfach ein neues Fahrrad, ohne mich zu fragen und noch dazu ein Pedelec von Rotwild!

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Man muss auch mal loben können

Wir Blogger rund ums Thema Radfahren sind in der Regel recht kritikfreudig, um nicht zu sagen wir meckern gern. Wir weisen gebetsmühlenartig auf die unzureichende Infrastruktur für Radfahrer hin, beklagen Missstände (z.B. fehlende, verschmutzte, nicht gestreute oder vom Laub befreite Radwege, mangelnde Abstellplätze, keine „grüne Welle“) und stellen Wunschkataloge auf. Über Positives berichten wir zwar auch, aber meist im Zusammenhang mit Städten wir Kopenhagen, Amsterdam, Münster oder London.

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Über den Dächern von Erlenbach

Es gibt Menschen, die sammeln Briefmarken, und es gibt Menschen, die sammeln Rekorde. Der Hochseilartist und Extremsportler Freddy Nock gehört zu dieser zweiten Kategorie Mensch – je höher, weiter, waghalsiger und spektakulärer desto besser. Dafür balanciert er mit oder ohne Balancierstange auch schon mal über Schluchten oder Täler und überwindet dabei Steigungen von bis zu 57 Prozent. Er hat für seine extrem gefährlichen Aktionen schon eine Menge Einträge im Guinness-Buch der Rekorde eingeheimst.

Einer seiner letzten spektakulären Auftritte fand im Schweizer Städtchen Erlenbach statt. Mit einem Elektrofahrrad überquerte er ohne Netz und doppelten Boden eine Distanz von knapp 500 m auf dem Hochseil.

Ich weiß nicht, ob ich das bewundern soll oder nicht. Das „Spektakulärste“, was ich kann, ist Einrad fahren. Doch nur, weil ich das auf dem Boden kann, würde ich es nicht auf einem Hochseil versuchen. Wozu? Ich nehme an, dass man dazu geboren sein muss. Mir wurde dieses Gen nicht in die Wiege gelegt. Ich brauche keinen Nervenkitzel und bin froh, dass ich diesbezüglich ein Spießer bin.

Andere wiederum, Artisten, Extremsportler, Bungee-Springer, Base Jumper und Hochseilartisten wie Freddy Nock können ohne Adrenalinkick nicht leben. Sie sind geradezu süchtig nach diesem Adrenalinschub, der sie wie im Rausch von einem Rekord zum nächsten treibt.

Fahrrad als Wirtschaftsfaktor

Dass das Fahrrad als Wirtschaftsfaktor eine immer größere Bedeutung einnimmt, sieht man nicht zuletzt an Touristenorten wie Fehmarn. Die Insel zählt mit seinen rund 2100 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnenreichsten Orten Deutschlands. Jedes Jahr kommen rund 300.000 Besucher um hier ihren Urlaub zu verbringen. Tagesgäste sind bei der Zahl noch nicht mal mitgezählt. Fehmarn ist – wenn man mal von ein paar Straßenüberführungen absieht – platt wie eine Flunder, d.h. prädestiniert mit dem Rad erkundet zu werden. Das tun die meisten Urlaubsgäste auch. Entweder haben sie ihr eigenes Rad dabei oder leihen sich eins. Angesichts der vielen florierenden Fahrradverleihgeschäfte und -reparaturwerkstätten gehe ich mal davon aus, dass viele Urlauber ihr Rad hier vor Ort ausleihen. Der Fahrradsektor bringt hier viele Menschen in Lohn und Brot.

Jetzt dürft ihr dreimal raten, welcher Fahrradtyp derzeit der absolute Renner auf der Insel ist. Ein Trekkingrad oder Mountainbike? Fast richtig. Ein Hollandrad? Denkste! Der meist verliehene Radtyp ist das Pedelec! Räder mit Rückenwind gehen hier weg wie warme Semmel. Wer hätte das angesichts der Topographie gedacht? Ich jedenfalls nicht.

Zugegeben, der Altersdurchschnitt unter den Gästen der Insel ist derzeit wahrscheinlich bei 60+. Hier gehöre sogar ich zu den „Jungen“. Aber selbst Familien mit Kindern und Paare um die 30 erkunden die Insel lieber mit Elektrofahrrädern als mit konventionellen Rädern.

Da meine bessere Hälfte derzeit nicht so fit ist wie ich, habe ich ihm vorgeschlagen, sich doch auch so ein Pedelec auszuleihen. Hier sieht ihn ja keiner damit. Dann hätten wir gemeinsam ausgedehnte Radtouren unternehmen können. Ich hätte mich auf meinem Mountainbike schon mächtig ins Zeug legen müssen, um mit ihm auf seinem Rad mit eingebautem Rückenwind mithalten zu können. Aber davon wollte er leider nichts wissen. Ist wahrscheinlich Altersstarrsinn.

Auch ein Lastenrad ist keine Kutsche

Ein Lastenrad ist doch keine Kutsche

Auf der Gazelle hätte er sich rumkutschieren lassen, aber das wollte ich nicht. Das ist wahrscheinlich auch Altersstarrsinn. Ergebnis: Urlaub der zwei Geschwindigkeiten. Ich fahre mit meinem Stößer kreuz und quer über und rund um die Insel herum und er mit seinem Rad gerade mal um unser Urlaubsdomizil in Burg.

 

Eurobike 2015

In zwei Tagen ist es wieder soweit, da öffnen sich in Friedrichshafen die Tore der Messehalle für alle Fahrradfans der Welt. Vom 26. – 28. August ist die Eurobike 2015 leider ausschließlich den Fachbesuchern und Journalisten vorbehalten. Für den Publikumsverkehr öffnen sich die Pforten erst am Samstag, dem 29. August. Wie gewohnt findet der Demo Day bereits einen Tag vor Beginn der Messe, am Dienstag, 25. August 2015, auf dem Messeparkplatz Ost statt. Die Testbedingungen sind gut. Das Fachpublikum kann sich nicht nur auf dem Parkplatz, sondern auch im angrenzenden Wald, auf den Feldwegen sowie den umliegenden Straßen rund um das Messegelände austoben und Neuheiten selbst ausprobieren.

Auf der EUROBIKE werden alljährlich die Neuheiten der internationalen Fahrradbranche präsentiert und wer gut zu Fuß ist und viel Energie hat, der bekommt auch tatsächlich ein komplettes Angebot rund ums Fahrrad dargeboten. 1.350  Aussteller – so viele wie nie zuvor – zeigen in Friedrichshafen auf über 100.000 m² Ausstellungsfläche ihre Produkte und Dienstleistungen und bilden das weltweite Spektrum der Fahrrad-Branche ab. Es gibt wohl keinen Ort auf der Welt, an dem Fahrräder und Zubehör in solch einer einzigartigen Produktbreite dargeboten werden.

Fragt sich natürlich, was es 2015 dort Neues zu sehen gibt. Eines ist sicher, das Rad wird auch in diesem Jahr nicht neu erfunden. Auch zaubern die Hersteller keine neue Radgröße aus ihren Hüten, wofür der Einzelhandel dankbar ist.

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Hilfe, Akku defekt!

So der panische Anruf einer Kundin am Freitagmorgen. Sie hatte sich einen Tag zuvor bei uns ein Scott E-Spark 710 gekauft. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, was ich nachvollziehen kann, da auch ich schon das Vergnügen hatte, damit eine Runde drehen zu dürfen.

Scott E-Spark 710

Scott E-Spark 710 (Foto: Scott)

Was war passiert? Die Kundin hatte  das Rad am Donnerstagabend abgeholt. Mein Kollege hatte es vormittags aufgebaut, eingestellt, gründlich gecheckt, Probe gefahren und den Akku voll geladen. Voller Begeisterung und Vorfreude auf die kommenden Radtouren war die Kundin vom Hof gefahren. Ich weiß nicht, ob sie den Ausführungen und Erklärungen zu den technischen Details wirklich gelauscht hatte oder im Geiste schon auf dem Rad saß. Jedenfalls rief sie am nächsten Morgen voller Panik an. Der Akku sei defekt. Sie sei doch abends nur damit nach Hause gefahren und der Akku somit noch randvoll. Trotzdem würde das Diplay im Eco-Mode nur eine maximale Reichweite von 30 Kilometern anzeigen. Das könne doch unmöglich stimmen, schließlich habe sie doch ein Pedelec erworben, das laut Hersteller eine max. Reichweite von 160 Kilometern hätte.

Sollte euch so was Ähnliches passieren, keine Panik. Im Gegensatz zu manchen Zweibeinern ist so ein Pedelec nämlich lernfähig. Wenn man wenig bis gar nicht damit gefahren ist, geht es davon aus, dass man eine faule Socke ist und wenig Tretunterstützung leistet. Wäre die Kundin ein paar Kilometer mehr mit Ihrem Pedelec gefahren, hätte der Bordcomputer einen neuen, genaueren Wert ermittelt und auf dem Display angezeigt. Ohne irgendwelche Erfahrungswerte muss der Bordcomputer ja vom Worst-Case-Szenario ausgehen: kaum Tretunterstützung, bergauf, Gegenwind, hoher Rollwiderstand, schwerer Fahrer. Je länger man mit dem Rad fährt, desto mehr Daten hat der Bordcomputer Nyon zur Verfügung. Er merkt sich das Fahrverhalten und all die anderen Daten und zeigt nach einer Weile dann auf Basis dieser Erfahrungswerte die tatsächliche Reichnweite viel schneller an. Dieses „sich merken“ ist aber bitte nicht mit dem sogenannten Memory Effekt zu verwechseln. Die neuen Lithium-Ionen-Akkus haben keinen Memory Effekt mehr. Der einzige, der sich was merkt, ist der Bordcomputer.

Wir konnten die Kundin also beruhigen. Der Akku war natürlich nicht defekt, dem Bordcomputer fehlten anfangs lediglich ausreichend Daten für eine genaue Angabe der Reichweite.

KVV-Bikes – mit Rückenwind durch den Baustellendschungel

Leih-Pedelecs für die Stadtrundfahrt

Leih-Pedelecs von der KVV für die Stadtrundfahrt

Seit knapp drei Jahren verleiht der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) am „K“ (dem umstrittenen Pavillon am Ettlinger Tor, wo man gerade eines der anlässlich des Stadtgeburtstages aufgestellten Kunstwerke bewundern kann) Pedelecs an alle, denen es zu anstrengend ist, ohne Tretunterstützung die Stadt und Umgebung zu erfahren. Sechs Cityräder und zwei Mountainbikes stehen zur Verfügung. Die Preise sind moderat:

  • 1 Stunde kostet 5 €, KVV Kunden mit einer Jahreskarte erhalten 40 % Rabatt.
  • 1 Tag kostet 18 € (KVV-Kunden = 10 €)
  • 1 Wochenende kostet 30 € (KVV-Kunden = 18 €)
  • 1 Woche kostet 65 € (KVV-Kunden = 39 €)

Der Akku kann an jeder Steckdose aufgeladen werden. Ihr bekommt das entsprechende Ladegerät mit auf den Weg. Und nicht nur das: Für weitere Strecken gibt man euch auf Wunsch auch Zusatzakkus oder Helme. Angsichts solcher Möglichkeiten, steht auch einer längeren Fahrt hoch zur neugestalteten Turmberg-Terasse mit grandiosem Ausblick über das Rheintal, einer Erkundung des jüngst eröffneten Stupfericher Kulturwanderweges oder einer Mountainbike Tour entlang des anspruchsvollen Bergdörer Grenzweges nichts mehr im Wege. Achtung, letzterer ist eigentlich ein reiner Wanderweg. Wenn ihr ihn per Mountainbike erkunden wollt, nehmt bitte Rücksicht auf Wanderer. Denkt daran, dass wir in Baden-Württemberg eigentlich nur auf Waldautobahnen Rad fahren dürfen, es sei denn das Rad fahren ist explizit erlaubt.

Wissenswertes rund um den E-Bike Akku

Akkus bzw. PowerPacks (Bosch) versorgen die Antriebe von E-Bikes oder Pedelecs mit Energie. Der Strom für diese Energie kommt nach wie vor aus der Steckdose und kostet abhängig vom Stromlieferanten mehr oder weniger Geld. Die Kosten für eine vollständige Aufladung eines Akkus halten sich aber in Grenzen bzw. liegen weit unter einem Euro. Denn die heutigen Lithium-Ionen Akkus sind nicht nur umweltfreundlicher und leichter als ihre Vorgänger, die Nickel-Cadmium- oder Blei-Akkus, sondern auch viel effizienter.

Die Kapazität eines Akkus erkennt man an den vom Hersteller genannten Wattstunden. Je mehr Wattstunden, desto größer also die Leistungsfähigkeit eines Akkus. Diese Leistungsfähigkeit sagt aber noch nichts über die tatsächliche Reichweite eines Akkus aus.

Die Reichweite hängt von vielen Faktoren ab:

  • Trittfrequenz
    Eine hohe Trittfrequenz erhöht die Reichweite
  • Gewicht
    Die Reichweite hängt auch vom Gesamtgewicht von Fahrrad und Fahrer ab. Je geringer das Gewicht, desto größer die Reichweite.
  • Reifendruck
    Ein optimal aufgepumpter Reifen (d.h. max. zulässiger Reifendruck) hat den geringsten Rollwiderstand, d.h. ermöglicht eine größere Reichweite als ein schlecht aufgepumpter Reifen.
  • Anfahren, Bremsen, Schalten, Gegenwind und Steigungen
    Häufiges Anfahren und Bremsen, falsches Schalten und zu hohe Gänge beim Bergauffahren sowie Gegenwind mindern die Reichweite.
  • Temperatur
    Die Leistungsfähigkeit und damit auch die Reichweite eines Akkus nimmt mit sinkenden Temperaturen ab.

Die Firma Bosch bietet übrigens auf ihrer Homepage einen Reichweiten-Assistenten an. Da könnt ihr die Reichweite für eure nächste Tour berechnen.

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