Gestern wurden die Uhren umgestellt und statt eine Stunde länger zu schlafen, bin ich wie gewohnt aufgewacht, wie das deutsche Hausschwein eben. Jetzt wird es wieder einige Tage dauern, bis sich meine innere Uhr umgestellt hat.
Für Nine to Five Jobber, die bisher locker am späten Nachmittag ohne funktionierende Beleuchtung mit dem Rad nach Hause fahren konnten, wird es jetzt höchste Zeit, ihre Frontscheinwerfer und Rückleuchten zu überprüfen und gegebenenfalls intakt zu setzen.

Glühlampen oder Halogenlampen findet man auf den Fahrradwegen des 21. Jahrhundert kaum noch. Diese Funzeln haben ausgedient. Sie wurden von leuchtstarken LED-Lampen abgelöst. Früher redete man von Watt, heute redet man von Lux und Lumen.

Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

  • Watt bezeichnet die Leistung und somit den Stromverbrauch einer Glühbirne und ergibt sich aus Volt multipliziert mit Ampere.
  • Lumen bezeichnet den Lichtstrom und damit grob gesagt die Helligkeit oder Lichtausbeute einer Lampe, die vom menschlichen Auge wahrgenommen wird.
  • Lux bezeichnet die Beleuchtungsstärke, d.h. die Lichtleistung auf eine angestrahlte Fläche.

Was verstanden? Nein?

Je höher die Lux- und die Lumenangabe, desto heller leuchtet die LED. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob eine Lampe gut oder schlecht ist.

Ein Laserpointer strahlt z.B. mit mehreren Tausend Lux, doch am Fahrrad ist derart gebündeltes Licht fehl am Platz. Die bloße Angabe des Lichtstroms in Lumen führt ebenfalls in die Irre: Der Lichtstrom beschreibt das insgesamt abgegebene Licht der Lichtquelle, trifft aber keinerlei Aussage über die Richtung oder Gleichmäßigkeit.

Wichtig ist also das ausgestrahlte Lichtfeld. Nicht nur das Leuchtmittel selbst ist entscheidend, sondern auch die Lampenkonstruktion und die Form der Spiegel, die in der Lampe verbaut sind, damit eine breite Ausleuchtung des Nahbereichs direkt vor dem Rad gewährleistet ist, aber das Rad auch in 30 m Entfernung noch gut sichtbar ist.

Seit August 2013 sind akkubetriebene Front- und Rücklichter an allen Fahrrädern erlaubt. Als das Gesetz verabschiedet wurde, gab es zunächst noch Unklarheiten, weil im Gesetzestext der folgende blöde Satz steht:

Die lichttechnischen Einrichtungen müssen vorschriftsmäßig und fest angebracht sowie ständig betriebsfertig sein. Lichttechnische Einrichtungen dürfen nicht verdeckt sein.

Akku betriebene Lampen haben aber nun mal die Angewohnheit, dass sie nicht fest angebracht sind, sondern bei Bedarf – sprich bei Dunkelheit – angebracht werden können.

Mittlerweile gibt es aber vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) zugelassene und als solche gekennzeichnete Produkte (Wellenlinie und K-Nummer). Zum Beispiel bietet die Firma Busch & Müller mit dem Frontscheinwerfer Ixon Core sowie dem Rücklicht Ixxi einen zugelassenen legalen Ersatz zur Dynamobeleuchtung gemäß § 67 der StVZO.

Der Ixon Core verfügt über eine klare Hell-Dunkel-Kante, um den Gegenverkehr nicht zu blenden und erfüllt auch in puncto Lichtleistung und Ausleuchtung die Anforderungen an eine zeitgemäße Fahrradbeleuchtung. Für mein Crossrad habe ich auch so eine Akku betriebene Beleuchtung. Für Räder, die hauptsächlich als Sportgeräte eingesetzt werden  – sprich Rennräder, Mountainbikes, Crossräder oder Cyclocrossräder – sind Akku betriebene Front- und Rückleuchten einfach ideal. Doch was Trekkingräder, Tourenräder oder Cityräder anbetrifft, sollte man meiner Meinung nach eher auf fest installierte Anlagen mit leichtlaufendem Nabendynamo setzen. Stand der Technik und verbreitetes Sicherheitsplus sind heutzutage Standlicht, Bremslicht und Tagfahrlicht. Diese Features möchte ich einfach nicht mehr missen.

Ich fahre in der Stadt immer mit Licht egal ob es dunkel ist oder nicht. Ich will nicht gerade behaupten, dass es mir schon mehrmals das Leben gerettet hätte, aber es gibt täglich Situation, wo mich Autofahrer nicht rechtzeitig bemerkt hätten, wenn ich ohne Licht gefahren wäre. Insbesondere wenn ich nachmittags die an der Ampel stehende Autoschlange auf dem rechts auf der Straße nur durch Markierung gekennzeichneten Radweg überhole und rechts vom Radweg wiederum Autos parken, bemerken viele Autofahrer mein Herannahen nur, weil ich mit Licht fahre.

Was bringt uns die Zukunft in punkto Fahrradbeleuchtung:

Scheinwerfer mit Aufblendlicht und geschwindigkeitsabhängiger Ausleuchtung – nah und breit bei langsamer Fahrt und schmaler und weiter bei schneller Fahrt.

Leuchtleisten im Gepäckträger mit Standlichtfunktion sind bereits Stand der Technik. Bald bieten sie auch eine Distanz-Warnung, damit wir bei Dunkelheit noch sicherer ans Ziel kommen.