Sommerzeit ist Reisezeit und für jeden, der mit seinem Rad auf große oder kleine Tour gehen will, stellt sich die Frage „Wie verstaue ich am besten mein Gepäck?“.

Ich habe diese Frage für mich schon vor ein paar Jahren beantwortet und mir ein Paar hochwertige Radtaschen von Ortlieb gekauft. Wer wie ich viel mit dem Rad unterwegs ist, sollte beim Kauf von Radtaschen auf Qualität setzen. Lieber einmal etwas mehr investiert, als sich schon beim ersten Ausflug ärgern, weil das Gepäck nass geworden ist.

Viele Radfahrer schwärmen von Ortlieb Packtaschen und meiner Meinung nach ist das Lob Hundert Prozent gerechtfertigt.

Ortlieb Packtaschen sind was fürs Leben. Meine habe ich seit Jahren im Dauereinsatz, bei Wind und Wetter zur Arbeit und auf Reisen, Sommers wie Winters, und die Taschen sind immer noch top. Die einzigen Gebrauchsspuren sind in paar Kratzer auf der Innenseite. Auch die Farbe ist ein wenig von der Sonne verblichen, aber sonst sind sie wie neu.
Warum ich meine Back-Roller Classic so liebe:

  • Sie sind absolut wasserdicht.
    Da kann es schütten wie aus Eimern, keine Feuchtigkeit dringt nach innen. Zusätzliche Regenhauben sind überflüssig. Das einzige, worauf man achten muss ist, dass man die Taschen richtig verschließt.
  • Sie sind strapazierfähig und langlebig.
    Bekannte von mir haben auch Taschen von Ortlieb und sind mit denen gut drei Jahre lang rund um die Welt geradelt. Die Taschen haben zwar viele Gebrauchsspuren, man sieht ihnen an, dass sie viel erlebt haben, aber sonst haben sie nichts. Sie sind wasserdicht, das Quick-Lock Aufhängesystem ist in Ordnung und die Gurte sind intakt.
  • Sie lassen sich einfach befestigen und genauso einfach wieder abnehmen.
    Durch Anheben der Tasche am Griff entriegelt man den Verschluss. Einfach die Tasche auf den Gepäckträger einhängen und den Griff wieder loslassen, fertig. Das geht ruckzuck.
  • Der Wickelverschluss.
    Durch den Wickelverschluss lassen sich die Taschen in der Größe auf die jeweiligen Bedürfnisse einstellen. Je weniger Gepäck man hat, desto kleiner die Tasche.
  • Sie sind stabil und sitzen fest.
    Nichts ist lästiger als klappernde Packtaschen. Schließlich fährt man ja nicht immer über Asphalt, sondern auch mal über Schotterpisten und unebene Waldwege. Wenn da die Taschen klappern oder gar durch Vibration vom Rad fallen würden, wäre das ganz schön nervig.
  • Sie sind auch bei Dunkelheit sichtbar.
    Reflektoren auf beiden Seiten stellen sicher, dass nicht nur das Rad, sondern auch die Satteltaschen bei Dunkelheit für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sind.

Welche Nachteile haben Packtaschen von Ortlieb?

  • Der Preis
    Packtaschen von Ortlieb sind nicht gerade billig. Wer wie ich jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fährt, Einkäufe tätigt und auf Reisen geht, für den zahlt sich die Investition allemal aus. Wer sein Rad aber nur ab und zu nutzt, für den amortisiert sich der Anschaffungspreis sicherlich nicht.
  • Fehlende Innentaschen
    Ortlieb Taschen haben ein großes Fach. Für viele ist dies wie ein großes schwarzes Loch. Man muss also selbst für Ordnung sorgen, denn es gibt keine separaten Fächer, in die man seine sieben Sachen einordnen könnte.
  • Die Plastikeinsätze der Aufhängung
    Eine Schwachstelle der Ortlieb Taschen sind die kleinen Einsätze für das Quick-Lock System. Gepäckträger ist ja bekanntlich nicht gleich Gepäckträger. Da es unterschiedliche Gepäckträger gibt, liefert Ortlieb verschiedene Plastikeinsätze, die man selbst in die Aufhängung der Radtaschen anbringen muss. Diese Einsätze können schon mal kaputtgehen oder herausfallen. Das ist mir persönlich zwar noch nicht passiert, aber ich habe es von anderen gehört. Das ist aber kein Problem. Ersatzteile kann man sich für wenig Geld nachbestellen.

Welche Radtaschenhersteller gibt es sonst noch, die meiner Meinung nach in Betracht kämen? Sicherlich Taschen von Vaude und ABUS.

Egal, welche Marke ihr wählt, achten solltet ihr auf Folgendes:

  • Ist die Radtasche wasserdicht oder nicht.
    Radtaschen von Ortlieb und Vaude sind absolut wasserdicht. Wenn es anfängt zu regnen, müsst ihr nicht hektisch vom Rad springen und eine Regenhaube über euer Gepäck ziehen. Es gibt aber Taschen, die sind nur wasserabweisend. Das ist vollkommen ausreichend, wenn ihr nur bei gutem Wetter oder selten unterwegs seid. Dem Viel-Radler würde ich aber zu wasserdichten Taschen raten.
  • Wie wird die Tasche verschlossen?
    Über einen Reißverschluss, durch Einrollen, über Clips oder Gurte? Grundsätzlich würde ich von Reißverschlüssen abraten. Durch den Staub der Straße und das häufige Öffnen und Schließen sind Reißverschlüsse anfällig und gehen leicht kaputt.
  • Wie viel wiegen die Taschen und welches Volumen haben sie?
    Radtaschen gibt es in allen Größen, Farben, Formen, Materialien und Größen. Nach dem Motto “weniger ist mehr” würde ich jedem raten, nicht zu viel mitzunehmen und lieber eine kleine Radtasche zu wählen als eine zu große. Spätestens am ersten Berg werdet ihr bereuen, zu viel mit auf Reisen genommen zu haben.
  • Wie werden die Taschen am Gepäckträger befestigt?
    Das sollte nicht zu lange dauern, schließlich müsst ihr das unterwegs mehrmals am Tag machen.

Noch ein paar Tipps zum Packen:

  • Haltet Ordnung
    Die Ortlieb-Taschen mit nur einem großen Fach zwingen euch dazu. Dinge, die ihr häufiger braucht, gehören nicht ganz nach unten in die Tasche. Packt euer Zeug in unterschiedliche Plastiktüten: z.B. T-Shirts in die Aldi-Tasche, Socken und Unterwäsche in die Edeka-Tasche usw. So findet ihr immer schnell das, was ihr sucht. Versteht sich von selbst, dass das Werkzeug ganz nach oben gehört.
  • Sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung
    Beide Packtaschen hinten sollten in etwa gleich schwer sein, sonst kommt ihr ins Trudeln. Schafft euch einen Hinterradständer an, damit euer Rad auch mit vollen Packtaschen nicht umkippt.
  • Nehmt nicht zu viel mit
    Idealerweise ist eure Packtasche halbleer, wenn ihr losfahrt. Schließlich braucht ihr unterwegs ja auch noch Platz für Essen und Trinken und Mitbringsel. Vergesst nicht, dass ihr euer Rad auch das eine oder andere Mal in einen Zug oder die Treppe rauf schleppen müsst. Je mehr Gepäck ihr mit habt, desto schwerer wird das.