Das Auto ist zwar immer noch des Deutschen liebstes Kind, aber der Trend hin zum Fahrrad und weg vom Auto nimmt auch in Deutschland zu. Dieser Trend ist insbesondere in Karlsruhe ganz deutlich zu spüren. Aufgrund der zahlreichen Baustellen in der Innenstadt haben viele Pendler umgesattelt aufs Rad. Vor allem am späten Nachmittag spürt man diesen Trend hautnah. Auf den Radwegen vor Kreuzungen und Ampelanlagen staut sich dann schon mal der Fahrradverkehr. Da ich morgens schon vor der üblich Rush Hour unterwegs bin, habe ich die Radwege dann noch für mich alleine, aber nach Feierabend sieht das anders aus. An manchen Kreuzungen spielen sich dann leider unschöne Szenen ab, wenn die Ampel auf Grün springt. Da wird gedrängelt, geschnitten und gefährlich überholt, nur um vermeintlich langsamere Radfahrer möglichst schnell hinter sich zu lassen. Statt der Straßenverkehrsordnung herrscht dann eher das „Recht des Stärkeren“.

Wieso haben wir es eigentlich immer so eilig. Wir sind doch nicht auf der Flucht, sondern auf dem Heimweg, den wir alle möglichst sicher zurücklegen wollen. Neben der Straße getrennt verlaufene Radwege allein garantieren aber noch keine Verkehrssicherheit. Dazu müssen wir Radfahrer auch unseren Beitrag leisten, z.B. durch das Beachten der Straßenverkehrsordnung und durch eine rücksichtsvolle und vorausschauende Fahrweise.

Daran lassen es aber leider manche Radfahrer immer noch mangeln und ruinieren so den Ruf aller Radfahrer. Ich bin es allmählich leid, dass Radfahrer per se in der Presse nur als „Kamikaze-Radler“ oder „Rad-Rambos“ bezeichnet werden. Es vergeht keine Woche, in der nicht in einem Leserbrief über die bösen Radfahrer geschimpft wird. Wenn über Radfahrer berichtet wird, dann entweder, weil sie sich rücksichtslos verhalten haben, verunglückt sind oder keinen Helm trugen. „Only bad news are good news“.

Dabei gibt es doch auch Positives zu berichten:

  • Die Zahl der Helmträger hat zugenommen
  • Die Zahl der Unfälle ist zurückgegangen
  • Das Radwegenetz wird ständig weiter ausgebaut
  • Radfahren fördert die Gesundheit
  • Radfahren schont die Umwelt

Radfahren wird zwar immer populärer, aber der Radfahrer selbst ist alles andere als populär. Es gibt also noch viel zu tun. Ich fange schon mal an. Wenn jeder von uns seinen Teil dazu beträgt, das Bild vom Rad-Rambo verblassen zu lassen, dann sollte uns das gemeinsam gelingen. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.