Wenn andere ihre Fahrräder zum Überwintern in die Garage verbannen, fahre ich mit meinem Rad am liebsten. Dann sind nämlich die Radwege angenehm leer und es fährt sich viel entspannter. Zum Schutz vor Kälte und Nässe gibt es die passende Kleidung. Der Spruch „es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ klingt zwar abgedroschen, verliert dadurch aber kein bisschen an Wahrheitsgehalt. Insbesondere der Herbst, wenn sich die Blätter färben und morgens früh noch der Nebel über den Wiesen und Feldern hängt, hat für mich einen ganz besonderen Reiz. Das Rascheln der Blätter und den Geruch von Pilzen und Laub würde ich für nichts in der Welt eintauschen wollen gegen Autoabgase, Hubkonzerte und das Stehen im Stau.

Mein Outfit wähle ich nach dem Zwiebelprinzip aus. Bei einstelligen Temperaturen am Morgen trage ich unter dem Helm ein Multifunktionstuch zum Schutz vor dem Fahrtwind. Je nach Temperatur verschwindet dieses Tuch abends in der Packtasche oder ich trage es als Schal.

Eine Softshell-Jacke schützt mich vor der Kälte, drunter trage ich lediglich ein dünnes Funktionshemd oder ein Trikot. An den Beinen bin ich relativ unempfindlich: entweder kurze Craggy Pants und drüber als Windschutz eine 3/4 lange Regenhose oder nur eine lange Rad- oder Jogginghose. Erst bei Minusgraden ziehe ich eine lange Radhose an, die vorne winddicht ist.

Empfindlich bin ich an den Händen und Füßen. Ich fahre schon mit Handschuhen und Wollsocken, wenn andere noch schwitzen.

Jeder hat ein anderes Temperaturempfinden und muss sich sein individuelles Outfit entsprechend zusammenstellen. Radfahren kann man bei jedem Wetter. Versucht es. Als eingefleischter Fahrradpendler kann ich es euch nur empfehlen.