Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Michael Schuhmacher und die Helmdebatte

Er hätte den Unfall ohne seinen Helm definitiv nicht überlebt, so die einhellige Meinung aller Berichterstatter nach dem schweren Skiunfall des Ex-Formeleins Fahrers in den französischen Alpen. Eine Helmpflicht für Skifahrer gibt es nicht, so wie es auch keine Helmpflicht für Radfahrer gibt.
Nach dem Skiunfall des früheren Ministerpräsidenten Dieter Althaus im Jahre 2009 setzte ein wahrer Run auf Skihelme ein. Man spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Althaus-Effekt. Dieter Althaus war am Neujahrstag 2009 mit einer Skifahrerin zusammengeprallt. Er trug einen Helm und überlebte, seine ohne Helm fahrende Unfallgegnerin starb. Mittlerweile tragen fast 80 % aller Skifahrer einen Helm, ohne dass der Gesetzgeber das vorschreibt.
Leider (oder Gott sei Dank!) gibt es so einen Althaus-Effekt nicht  fürs Radfahren. Wenn alle Radfahrer freiwillig einen Helm tragen würden, wäre die leidige Debatte einer Helmpflicht in Zukunft hinfällig. Diese wird – meist vor einer Wahl oder im Sommerloch – von Politikern heraufbeschworen, in der Öffentlichkeit dann kontrovers diskutiert und bald schnell wieder zu den Akten gelegt. Die Helmgegner verweisen auf den Rückgang der Fahrradnutzung in Ländern, in denen eine Helmpflicht eingeführt wurde (Australien, in Teilen Kanadas) und auf Zahlen, die belegen, dass nach Einführung der Helmpflicht sich der Anteil der Kopfverletzungen praktisch nicht verändert hat. Selbst der ADFC ist gegen eine gesetzliche Helmpflicht und setzt auf Freiwilligkeit und eine verbesserte Infrastruktur für Radfahrer.
Lasst uns also nicht warten bis ein tragischer Unfall uns die Schutzwirkung eines Helmes vor Augen führt. Fast alle Pendler, die mir morgens und abends begegnen, tragen wie ich einen Helm – freiwillig. Je mehr Menschen das tun desto größer die Vorbildfunktion für andere, insbesondere Jüngere. Zerdrückte Frisuren unter einem Helm lassen sich richten, gequetschte Hirne nicht.

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Fat Bike

  1. Markus

    Eine Bekannte wurde zu Weihnachten mit einem Fahrradhelm beschenkt. Sie meinte, dass es jetzt im Winter einfacher ist, sich an einen Helm zu gewöhnen, da man ja meistens eine Kopfbedeckung trage. Vielleicht können ja einige dieser Argumentation folgen.

  2. Birgit

    Eine Sache vorab: ich trage einen Fahrradhelm aus Überzeugung. Aber der Vergleich mit den Skifahrern hinkt etwas. Sie fahren Ski und machen dabei nichts anderes (außer vielleicht einen Stopp auf einer Hütte). Ich allerdings gehe mit dem Fahrrad einkaufen und stelle es vor verschiedenen Geschäften ab. Meinen Helm trage ich mit in das Geschäft oder schließe ihn an mein Fahrrad an. Das ist lästig und deshalb verstehe ich schon, dass Menschen manchmal unvernünftig handeln. Wenn ich mal unvernünftig bin, komme ich mir in der Zwischenzeit etwas „nackt“ vor.

    • Anke

      Dass der Vergleich ein wenig hinkt, ist mir bewusst. Mir geht es vielmehr darum, dass viele Skifahrer seit dem Unglück von Herrn Althaus FREIWILLIG einen Helm aufsetzen, weil sie wissen, dass der Helm sie bis zu einem gewissen Grade schützt. Den freiwilligen Griff zum Helm würde ich mir auch von möglichst vielen Radfahrern wünschen. Als Radfahrer ist man zwar nicht so schnell unterwegs wie der Skifahrer auf der Skipiste, aber auch wenn ich nur mit 15 km/h gegen ein festes Hindernis pralle, kann ich mich schwer verletzen.

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