Nachdem meine Kollegen mir gesagt hatten, dass ich auch ruhig mal über ein Thema schreiben könne, das nichts mit Fahrrädern zu tun hat (aber bitte keine Kochrezepte!), und ich schon lange nichts mehr unter der Rubrik „Mein erstes Mal“ gepostet hatte, reichte ein Blick in die Tagespresse, um ein geeignetes Thema zu finden:
Wird Larissa die Dschungel-Sisi hieß es in unserer Tageszeitung BNN. Auf Spiegel Online war die Überschrift schon reißerischer Boshafte Bohnen und Krokoschmodder. Dagegen war die Welt mit Larissa verzeiht Winfried, doch der Abschied ist kühl schon fast zu nüchtern. Der Vollständigkeit halber habe ich dann auch noch bei der Online-Ausgabe der BILD Zeitung geschaut. Dort war von einer Tanja die Rede, die endlich raus sei und einer Melanie und ihrer Sex-Beichte und ihren Gute-Laune-Geheimnissen. Es versprach also ein „netter“ Abend zu werden, denn ich gehörte wahrscheinlich zu den letzten Menschen, die vor diesem Finale das Dschungelcamp noch nie geschaut hatten und wusste somit nicht, wer all diese Tanjas, Larissas und Winfrieds eigentlich waren.
Ich habe mir also zu einer für mich späten Stunde das große Finale angetan. Jetzt kann ich am Montag mitreden, wenn die Kollegen sich beim Frühstück angeregt über Kakerlaken und anderes Getier sowie eklige Speisen und Getränke unterhalten.

Eins schon mal vorweg: The winner is: Melanie, ein Blondchen aus dem Osten dieser Republik.

Ich glaube, ich habe in den vergangenen Wochen nichts versäumt. Das Beste, was ich über den Fernsehabend sagen kann ist, dass ich meine ganze Bügelwäsche während der Sendung erledigt und nebenbei diesen Blogbeitrag geschrieben habe. Wisst ihr was, ich fand die Sendung langweilig. „Die Geschichten, die sie (Larissa) raushaut haben Märchenqualität“ sagt Jochen (wer immer das ist) am Anfang des Finales. Meinte er mit Geschichten den Dummschwätz, den das Blondchen von sich gegeben hat? „Wir stehen das jetzt gemeinsam durch“ war noch der beste Satz des ganzen Abends, denn er gab genau das wieder, was ich fühlte.  Wie verzweifelt muss man sein, um sich als Teilnehmer zu bewerben? Was war jetzt neu an dieser Sendung? Die eine Blonde muss in dunkle Löcher greifen, der Typ muss essen, was nicht rechtzeitig vom Tisch krabbeln kann bzw. eklig aussieht. „Du musst alle Beine entfernen“, sagt die Moderatorin beim Käfer. Was sagt dazu eigentlich der Tierschutzverein? Neben dem Käfer muss Jochen dann noch Ziegenhoden, Straußanus und lebende Strandwürmer verspeisen. Wo, bitte schön, ist da der sittliche Nährwert? Ich fand das weder spannend noch witzig, sondern nur primitiv und stereotyp. Die Kandidaten des Finales waren eigentlich souverän, wenn man so ein Adjektive überhaupt bemühen darf, aber die Ideen der Sendung kamen aus der Schublade und waren schnarchlangweilig. Es war alles so vorhersehbar. Das gab es doch schon zig Mal zu sehen.

Fazit: Ein Abend zum Fremdschämen, aber eher für die Macher der Sendung, als für die Finalisten. Wäre ich bloß wie gewohnt früh mit einem Buch ins Bett gegangen! Aber laut Gazetten war das diesjährige Dschungelcamp Unterhaltung pur für Millionen Menschen. Mir hat das leider außer ein paar Stunden Schlafentzug nichts gebracht. Ich hoffe, mein Arbeitgeber weiß mein Engagement zu schätzen.

Übrigens hätte ich da ein paar super Rezepte für Radfahrer. Vielleicht sollte ich doch noch einen Beitrag über Ernährung im Allgemeinen und Rezepte speziell für Sportler schreiben.