Wir sind die Stadt des Rechts, wir sind die Fächerstadt und jetzt auch die Baustellenstadt. Das werden wir auch noch einige Zeit bleiben, denn bis die Straßenbahnen endgültig unter die Erde verbannt worden sind, werden noch Jahre ins Land ziehen. Da hat sich unser Stadtmarketing überlegt, wie man aus der Not eine Tugend machen kann. Von April bis September bieten die Stadtväter jetzt Baustellenführungen an. Denn wen interessiert schon das Schloss, das Naturkundemuseum und die Majolika. Anscheinend keinen Menschen, denn man kommt ja nicht hin. Stattdessen kann man sich jetzt unter kundiger Führung die Top Ten Baustellen der Stadt zeigen und erklären lassen. Niemand muss sich mehr am Bretterzaun die Nase platt drücken und durch Astlöcher schauen, um den Baufortschritt zu verfolgen. Sechs Monate lang dürfen Interessierte hinter diese Bretterzäune und am Ort des Geschehens Fragen stellen. Dabei bekommt man nicht nur die Baustellen der Kombilösung zu sehen, sondern fährt auch nach Durlach auf den Turmberg zur Aussichtsterrasse, zum Tullabad oder zum Exotenhaus. Wer allerdings rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt dieser Baustellenführungen kommen will, sollte entweder zu Fuß gehen oder mit dem Rad anreisen.