Mal ganz abgesehen von den Kosten und der Umweltverschmutzung gibt es noch eine Reihe von Gründe, ab und zu mal zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren.

Bewegung an der frischen Luft – ob zu Fuß oder auf dem Rad – wirken sich nicht nur positiv auf die körperliche Gesundheit aus, auch die Psyche profitiert enorm. Das Konzentrationsvermögen und die Arbeitsleistung steigen und gleichzeitig sinkt der Stresslevel. Laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reichen schon 10.000 Schritte pro Tag, um geistig und körperlich fit zu bleiben. Dies entspricht je nach Schrittlänge einer Streckenlänge von etwa 6 -7 Kilometern. Das hört sich viel an, ist aber relativ schnell zu erreichen, wenn man kleine alltägliche Erledigungen nicht mit dem Auto, sondern per Pedes oder mit dem Rad zurücklegt.

Laut WHO reicht es nicht, diese Strecke zu schlendern oder langsam zu radeln, wenn man fitter werden will. Man sollte ganz bewusst größere Schritte machen, also mehr walken als schlendern bzw. etwas schneller in die Pedale treten, damit der Puls höher schlägt als normal.

Nicht nur der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder abends ins Kino dient unserer Gesundheit und kann entspannend wirken, wenn man ihn geht bzw. auf dem Rad zurücklegt. Insbesondere Waldspaziergänge und Mountainbike Touren wirken sich positiv auf das Wohlbefinden eines gestressten Menschen aus. Die Farben der Natur und die Stille senken laut Studie der WHO den Stresspegel beträchtlich.

Waldbaden“ heißt das Zauberwort in Japan. Dies kann man nicht nur zu Fuß, sondern auch auf dem Rad tun. Insbesondere „Bäder“ in Nadelwälder sollen sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Ich für meinen Teil „bade“ zwar lieber in Laubwälder, aber vielleicht sollte ich mich doch mal tiefer in den Schwarzwald wagen, um meine Abwehrkräfte noch mehr zu stärken.

"Baden im Buchenwald

„Baden im Buchenwald

Weiterhin hat die WHO herausgefunden, dass Stadtbewohner, die in den Bergen wohnen und mehrmals täglich bergauf und bergab laufen radfahren müssen, fitter sind als diejenigen, die sich nur in der Ebene bewegen. Wer öfter mal bergauf geht, kräftigt nicht nur die Beinmuskulatur, sondern auch die Gelenke. Dies wiederum wirkt sich sogar positiv auf die Knochendichte aus, was insbesondere Frauen interessieren dürfte. Es versteht sich von selbst, dass das Herz-Kreislaufsystem dadurch auch noch besser trainiert wird. Kleiner Tipp am Rande: je steiler der Weg, desto kleiner sollten die Schritte sein. Dadurch erhöht man das Tempo. Wem das noch nicht reicht, nimmt Stöcke zur Hilfe und mutiert so zum Nordic Walker. Beim Radfahren machen wir das automatisch, da würden wir ja auch nicht im höchsten Gang den Berg hochasten, sondern einen kleineren Gang wählen. Es hat zwar nicht jeder einen Berg vor der Haustür, aber bestimmt die eine oder andere Treppe zu erklimmen. Man muss ja nicht immer den Fahrstuhl nehmen, um vom Erdgeschoss in den 10. Stock zu gelangen. Auch Treppen steigen hält fit.

Was die Forscher auch noch herausfanden. hat mich persönlich überrascht – selbst das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel wirkt sich positiver auf die seelische Verfassung aus als die Fahrt im eigenen Auto.

… es scheint so, dass sich in Bussen oder Zügen Zeit findet, sich zu entspannen oder zu lesen. Und die Bewegung per se scheint Menschen fröhlich zu machen.

Ein britisches Forscherteam hat 18 Jahre lang 18.000 Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

  • Die seelische Verfassung der Menschen verschlechterte sich je länger sie sich mit dem Auto fortbewegten.
  • Menschen fühlen sich physisch und psychisch besser, wenn sie sich bewegen, sei es zu Fuß oder auf dem Rad.

Das kann ich nur bestätigen. Die Vorstellung, ich müsste jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren und im Stau stehen wie meine Kollegen, danke, aber nein danke. Da fahre ich doch lieber mit dem Rad. Selbst wenn ich dann für den Weg zur Arbeit ein paar Minuten länger brauche.