Was gibt es Schöneres als Radfahren im Herbst, noch dazu wenn die Sonne vom Himmel strahlt und der Wald mit seinen gold-roten Baumkronen dazu einlädt, ein paar Stunden darin zu verbringen. Doch was auf dem Baum so wunderschön aussieht, ist auf dem Boden gar nicht mehr schön anzuschauen, sondern lästig, feucht und noch dazu recht tückisch. Davon können nicht nur Haus- und Grundstücksbesitzer ein Lied singen, sondern auch Radfahrer.

Goldener Herbst, schön aber nicht ungefährlich

Goldener Herbst, schön aber nicht ungefährlich

Feuchtes oder nasses Laub macht die Fahrbahn rutschig. Insbesondere bergab, auf Brücken oder in Kurven sollte man da entsprechend langsamer fahren. Im Wald ist insbesondere auf wenig befahrenen Wegen und Single Trails im Herbst Vorsicht geboten, denn das Laub deckt alles ab, auch Löcher, Bucheckern, Kastanien, Eicheln und Schutt. So habe ich mir unlängst beim Mountainbiken einen Plattfuß eingefangen, weil ich den spitzkantigen Schutt unter dem Laub nicht bemerkt hatte.

Nicht nur das Laub macht das Rad fahren im Herbst zu einer rutschigen Angelegenheit auch das Obst, das auf die Straße fällt, dort liegenbleibt und dann verfault.

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Soweit Christian Friedrich Hebbel.

Mir ist letzte Woche auf dem Heimweg ein Apfel auf den Oberschenkel gefallen. Das hat nicht nur erstaunlich wehgetan, sondern auch einen fiesen blauen Fleck hinterlassen. Ich habe mich zu Tode erschrocken, weil ich mit den Gedanken ganz woanders war. Angeblich kommt alles Gute von oben, aber manchmal schmerzt es und trifft einen unvorbereitet.

Morgens ist es jetzt meist neblig und abends wird es immer früher dunkel. Wer jetzt nicht dafür sorgt, dass die Beleuchtung an seinem Rad in Ordnung ist, der handelt grob fahrlässig.

Das menschliche Auge nimmt starke Lichtquellen zuerst wahr. Das heißt, die Scheinwerfer von Autos werden früher gesehen als das Licht eines Fahrrads.

Neben einer funktionierenden Beleuchtung, Reflektoren und möglichst auch Standlichtern, d.h. Lichter, die auch beim Stehen an der Kreuzung weiter leuchten, sollte man in dieser Jahreszeit möglichst helle Kleidung anziehen, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen.

Goldener Herbst - Licht und Schatten

Goldener Herbst – Licht und Schatten

Fies ist morgens und am späten Nachmittag auch die tiefstehende Sonne. Ohne Sonnenbrille ist man da auf verlorenem Posten, denn die Sonne blendet einen dermaßen, dass man ohne Sonnenbrille fast im Blindflug unterwegs ist.

Außerdem solltet ihr auch mal einen Blick auf das Profil eurer Reifen werfen. Beim Auto machen wir das mehr oder weniger regelmäßig, beim Fahrrad schenken wir dem Profil der Reifen keine Beachtung. Den Mantel unseres Rades schauen wir uns doch nicht einmal an, wenn wir unser Rad aufpumpen. Doch ein abgefahrener Mantel erhöht die Rutschgefahr und das Risiko für Stürze.