Im Auto studiere ich schon lange keine Karte mehr, sondern lasse mich von meinem Navi – wir nennen es aufgrund der weiblichen Stimme liebevoll „Berta“ –  kundig leiten. Jetzt habe ich mir auch fürs Rad ein GPS Gerät zugelegt. Warum das Garmin 600t? Ganz einfach, viele aus meinem Bekanntenkreis haben das Gerät, sind damit zufrieden und haben es empfohlen. Auch das E-trex von Garmin stand in der engeren Wahl, aber das größere Display des Oregon war letztendlich ausschlaggebend.

Garmin Oregon 600t

Garmin Oregon 600t

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die gerne Bedienungsanleitungen lesen, zumindest nicht von vorne nach hinten. Ich probiere lieber aus, nach dem Motto „das kann doch gar nicht so schwer sein“. Oder um es englisch auszudrücken, ich ziehe „Learning by doing“ vor. Wenn ich nicht weiterkomme, ziehe ich die Bedienungsanleitung zu Rate, indem ich das Problem gezielt über das Stichwortverzeichnis angehe.

Eines vorweg: Die Bedienung des Garmin ist nicht schwer. Wer wie ich viel Zeit am PC verbringt, ein Smartphone besitzt und weiß, wie ein Touchscreen funktioniert, der wird mit dem Garmin klarkommen. Vor der Anschaffung des Oregon 600t habe ich mir einen groben Überblick über die Thematik verschafft. Hierbei fand ich neben der Website des ADFC vor allem das Buch GPS am Fahrrad von Tom Bierl und Thomas Rögner hilfreich und informativ. Die beiden Autoren erläutern anschaulich Begriffe wie Tracks, Routen, Wegepunkte oder Points of Interest, geben Tipps zur Tourenplanung, Kartenwahl, der auf dem Markt verfügbaren Software sowie zur Handhabung und Einstellung einzelner GPS Geräte.

Ich erwarte von einem GPS Gerät am Fahrrad vor allem, dass es mich sicher von A nach B führt, ohne dass ich ein Rocket Engineer sein muss, um es bedienen zu können. Im Grunde will ich drei Dinge:

  • Meine Radtouren aufzeichnen
  • Aufgezeichnete Radtouren nachfahren
  • Radtouren am PC planen, aufs Gerät laden und nachfahren

Diese drei Ziele ließen sich auch ohne gründliche Lektüre der Bedienungsanleitung erreichen. Das Gerät bietet aber natürlich noch viel mehr Möglichkeiten (z.B. Navigieren per Kompass, Geocashes herunterladen, etc.), für die man seine Abneigung gegen Bedienungsanleitungen mal beiseite legen sollte.

Was die meisten von euch wahrscheinlich viel mehr interessiert ist das Display. Ist es gut lesbar oder braucht man eine Brille. Ich bin über 50, für die Lektüre der Tageszeitung benötige ich eine Lesehilfe, weil meine Arme schon zu kurz sind. Aber das Display bzw. der Track, den man nachfährt oder aufzeichnet, ist auch ohne Brille gut zu erkennen.

Gibt es etwas, das ich nicht so prickelnd finde? Ja, das gibt es:

  • Das Gerät kommt ohne Akkus oder Fahrradhalterung
  • Der Halter, der separat zu kaufen ist, wird über Kabelbinder am Lenker befestigt

Die Befestigung mittels Kabelbinder gehört eindeutig verbessert. Um zu verhindern, dass das GPS-Gerät am Lenker verrutscht, habe ich unter die Kabelbinder ein Stück von einem alten Schlauch geschoben. Jetzt sitzt der Halter und rutscht nicht mehr.

Da ich aber nicht nur ein Rad besitze, sondern drei, habe ich mir mehrere Halter zugelegt, damit ich nicht immer die Kabelbinder durchschneiden muss, um den Halter von Rad A aufs Rad B bzw. C zu wechseln. Auch das gehört meiner Meinung nach verbessert. Schließlich ist der Garmin ja nicht gerade ein Schnäppchen!