Im Zeit Magazin gibt es eine Kolumne mit dem Titel Endlich Vintage, die sich mit den Problemen des Alterns beschäftigt. Die Autorin – Susanne Mayer – schafft es ein ums andere Mal, wortgewand, witzig, treffsicher und überspitzt die Sorgen und Nöte der Frau jenseits der 40 zu beschreiben. Ihre jüngster Beitrag – Eine Altersburka würde das Leben leichter machen – befasst sich mit dem schlaffen Oberarm des alternden Frauenkörpers.

Man denkt, man winkt jemandem nach, in Wirklichkeit winkt jemand anders heimlich mit. Nämlich dieser merkwürdige Lappen zwischen Ellenbogen und Achsel, flapst herum wie eine leergequetschte Nachfüllpackung für Badreiniger.

Mein Bruder nennt diesen „Lappen zwischen Ellenbogen und Achsel der Frau“ auch spöttisch „Flügelärmchen“. Männer kämpfen im Alter gegen schütteres Haar und einen Bauchansatz, Frauen – egal ob dick oder dünn – kämpfen gegen das schlaffe Gewebe am hinteren Oberarm. Was tun, wenn der Trizeps nur noch aus Fett und Hautlappen besteht? Regelmäßige Liegestütze oder Workout im Fitness-Studio wäre eine Lösung. Aber wer hat dazu schon Lust oder Zeit!

Ich hätte einen Vorschlag: Fahrt Fahrrad! Wer regelmäßig sportlich gestreckt auf seinem Mountainbike oder Rennrad den Berg hochradelt, hat mit Sicherheit keine Flügelärmchen. Dank der sportlichen Sitzposition müssen die Oberarme nämlich eine ganze Menge Gewicht tragen. So trainiert ihr nicht nur eure Beine, sondern auch die Arme. Meine Oberarme sehen jedenfalls nicht aus wie „leergequetschte Nachfüllpackungen für Badreiniger“.

Optimal wäre es natürlich, wenn das regelmäßige Rad fahren jetzt auch noch die Falten in meinem Gesicht glätten würde. Aber dagegen hilft eigentlich nur eine Portion Übergewicht oder der Gang zum Schönheitschirurgen. Angesichts dieser Alternativen bleibe ich doch lieber faltig!