Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Fatbikes – der neue Modetrend

Braucht man ein Fatbike? Eigentlich nicht, aber man braucht auch keine 30 Paar Schuhe oder 10 verschiedene Handtaschen, und dennoch gibt es viele Frauen, die weitaus mehr Schuhe und Handtaschen besitzen und trotzdem alle Nase lang vor ihrem Kleiderschrank stehen und nichts zum Anziehen haben.

Manche Dinge braucht man zwar nicht, aber es wäre doch nett, sie zu haben. In englischsprachigen Ländern spricht man dann von „Nice-to-have“ Produkten. Ein Fatbike ist meiner Meinung nach so ein Produkt. Mit dieser Ansicht stehe ich anscheinend nicht alleine da, denn gestern ist mir im Wald eine fünfköpfige Gruppe Mountainbiker entgegengekommen und drei von ihnen fuhren auf einem Fatbike.

Worin besteht also der Reiz, sich ein Fatbike mit fast fünf Zoll breiten Puschen zuzulegen? Angeberei? Auffallen um jeden Preis? Oder fährt man damit besser den Trail rauf und runter als mit einem Fully oder Hardtail? Was sind die Vorteile, was die Nachteile.

Eindeutig im Vorteil sind die Fatbikes natürlich im Schnee. Dafür wurden sie ursprünglich ja auch konzipiert. Im Tiefschnee oder selbst auf Pulverschnee sind Fatbikes unschlagbar. Da kommt kein Fully oder Hardtail so leicht mit. Fragt sich natürlich, wo in Deutschland so viel Schnee liegt, dass sich ein Fatbike lohnt. Im Erzgebirge, im Bayerischen Wald oder am Feldberg würde sich die Anschaffung sicher lohnen. Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einige Monate lang Schnee liegt. Bei uns in Karlsruhe sieht die Sache anders aus, wir haben relativ selten Schnee. Wozu also haben sich die drei Mountainbiker, die mir auf ihren Fatbikes entgegenkamen, in Unkosten gestürzt? Ich gehe jede Wette, dass das Fatbike nicht das einzige Rad ist, das sie besitzen. Ich habe ja keine Vorurteile, aber der typische Fatbike Besitzer hat mit Sicherheit noch ein Fully und/oder ein Hardtail, ein Trekkingrad für den täglichen Gebrauch und eventuell noch ein Rennrad in seiner Garage stehen. So wie der Kollege meines Mannes, der sich extra noch die benachbarte Wohnung dazu gemietet hat, damit er all seine Fahrräder – mittlerweile 13 Stück – unterstellen kann. Wohl dem, der keine Kinder hat! Wir könnten uns das mit unseren zwei studierenden Töchtern nicht leisten.

Aber zurück zu den Fatbikes. Wo punkten sie noch? Im Sand, Schlamm oder Kies, d.h. Untergründen, auf denen man sich selbst mit einem Mountainbike festfahren würde, sind die breiten Reifen eindeutig ebenfalls im Vorteil. Trotz ihres wuchtigen Aussehens, sind Fatbikes spritziger unterwegs als man annehmen sollte.

Juggernaut 26 × 4.5" / Kevlar Bead

Juggernaut 26 × 4.5″ / Kevlar Bead

Der Reifenhersteller Schwalbe behauptet sogar, dass die dicken Reifen bei einem Luftdruck zwischen 0,4 und 1 bar in puncto Traktion und Komfort unschlagbar seien. Das kann ich zwar aus eigener Erfahrung weder bestätigen noch verneinen, aber die drei Biker, die mir auf ihren Fatbikes entgegenkamen, machten einen äußerst zufriedenen Eindruck.

Fatbike von Scott

Scott Scale Big Ed

Dieses Fatbike liebt Dirt Tracks, Dünen, Schnee und insbesondere das Après-Bike am Ende einer Tour. Mit diesem Rad brennt sich förmlich dein Grinsen im Gesicht fest. Wurzeln, Steine und wie die Hindernisse auf einer Tour auch aussehen mögen, das Big Ed schluckt alles weg.

Im Nachteil sind Fatbikes natürlich auf Asphalt. Da kleben die breiten Puschen förmlich am Boden. Aber wer kauft sich schon ein Fatbike, um damit auf Asphalt zu fahren. Angeber vielleicht, Sportler aber bestimmt nicht.

Eins sollte ich vielleicht noch erwähnen: Wer mit der Anschaffung eines Fatbikes liebäugelt, sollte eine gewisse Körpergröße mitbringen, sonst stimmen die Proportionen einfach nicht. Wir konnten uns davon überzeugen, als die kleinste von uns – keine 1,60 m groß, sehr schlank – eine Probefahrt mit dem Scott Scale Big Ed gemacht hat. 4,5 Zoll breite und 26 Zoll große grobstollige Reifen harmonieren einfach nicht mit der Statur einer zierlich schlanken Frau. Die Augen fahren schließlich mit. Diesen Frauen würde ich empfehlen, sich doch lieber ein schickes Fully oder Hardtail zuzulegen.

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2 Kommentare

  1. dini

    Biste bescheuert? Ich als Weib auf nem fatbike bekomme überall Komplimente. Glaub mit deinem Hirn stimmt was nicht…

    • Anke

      Ich habe nicht gesagt, dass Frauen per se eine schlechte Figur auf einem Fatbike machen. Nur meine Kollegin sah mit ihren 155 cm Körpergröße auf dem Fatbike unmöglich aus. Die Rahmengröße hat einfach nicht gepasst. In ihrem Fall stimmten die Proportionen nicht. Sie bekam keine Komplimente, sondern eher spöttische Bemerkungen wie „musst halt noch wachsen“ zu hören.

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