Heute wurden in Berlin die Gewinner des Fahrradklimatests 2014 gekürt. Der ADFC hat diesen Klimatest zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium bereits zum 6. Mal durchgeführt. Seit 1988 wurden Deutschlands Radfahrer in regelmäßigen Abständen zu den Radverkehrsbedingungen in ihrer Stadt befragt.

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Karlsruhe konnte hinter dem Seriensieger, der Stadt Münster, den zweiten Platz in der Kategorie der Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern erringen. 2012 lagen wir noch auf Platz 3 hinter Freiburg, 2005 sogar nur auf Platz 10. Die Tendenz stimmt also schon mal. Was allerdings zum Nachdenken anregen sollte, ist die Gesamtnote, die die Karlsruher ihrer Stadt gegeben haben: eine magere 3,2. Da ist also noch jede Menge Luft nach oben.

Wie haben die Karlsruher Radfahrer über ihre Stadt im Einzelnen geurteilt? Insgesamt haben 905 Karlsruher am Klimatest teilgenommen. Verglichen mit Münster (1497) ist das nicht besonders viel. Entweder ist das Interesse der Karlsruher am Thema Radfahren nicht besonders groß oder die Stadt hat einfach nicht genug Reklame für die Teilnahme am Klimatest gemacht. Gute Noten gab es für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,1) und für geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung (2,1). Niederschmetternd war das Urteil der Karlsruher in punkto Fahrraddiebstahl (4,2), der Führung an Baustellen (4,3) und der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen (4,5).

Verglichen mit Münster punkten wir nur bei der Mitnahme von Rädern im ÖV (2,7 bzw. 2,9) und bei den Mieträdern (2,2 bzw. 2,3). Da müssen wir aber noch eine Menge tun, wenn wir der Fahrradhauptstadt Deutschlands den Rang ablaufen wollen.