Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat heute sein Urteil gesprochen:

Das Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig wird aufgehoben. Die Radfahrerin, der eine Mitschuld an ihrem Unfall zugesprochen worden war, weil sie keinen Helm trug, hat Recht bekommen. Ihrer Revision wurde somit stattgegeben.

Etwa vor einem Jahr war die Radfahrerin gestürzt, weil eine Autofahrerin urplötzlich die Fahrertür geöffnet hatte, ohne sich zu vergewissern, ob die Straße frei ist. Die Radfahrerin konnte nicht mehr ausweichen, stürzte und zog sich folgenschwere Kopfverletzungen zu. Sie trug keinen Helm und das Oberlandesgericht Schleswig bürdete ihr deshalb eine Teilschuld auf. Da es in Deutschland aber keine Helmpflicht gibt, ging die Radfahrerin in Revision. Heute hat sie Recht bekommen. Sie hat den Unfall nicht verursacht, sondern die Autofahrerin, deshalb trägt sie auch keine Teilschuld, denn als Nicht-Helmträgerin hat sie gegen kein Gesetz verstoßen.

Es gibt also keine Helmpflicht durch die Hintertür. Nicht nur der ADFC wir aufatmen, auch viele Radfahrer.

Ich werde aber weiterhin einen Helm aufsetzen – freiwillig!