Schon bevor der TÜV sein strenges Auge auf mein Auto geworfen hatte kam die niederschmetternde Botschaft aus der Werkstatt: Das, was da so sonor und in meinen Ohren sportlich geklungen hatte, war mein Auspuff bzw. das, was von ihm übrig geblieben war. Die Bremsen hatten sich so lieb, dass sie nur mit Gewalt und einer großen Portion Rostlöser voneinander getrennt werden konnten. Dazu kam dann noch der übliche Kleinkram, den eine Werkstatt einem dann auch noch andrehen will. Gesamtsumme: 1100 €. Wisst ihr, wie lange ich dafür arbeiten muss?  Für mich war angesichts dieser Summe die Entscheidung klar: Mein Auto kommt in die Schrottpresse und ich tue das, was ich sowieso schon mache, nämlich Radfahren.

Doch mein Mann hat interveniert. „Wie kommen wir Ostern zu viert zur Oma, etwa in meiner kleinen Reisschüssel?“ Mein Einwand, dass es da so etwas gebe wie die Bahn, blieb unbeantwortet. „Du wolltest doch unserer Ältesten ihre Möbel bringen.“ Auch mein diesbezügliches Argument, dass selbst die Bayern schon Möbel haben und sie dort welche kaufen könnte, verhallte ungehört.

Was tut man als Frau, wenn der Mann so auf einen einredet? Man sagt Ja und Amen. Um mir die Entscheidung schönzureden, habe ich bei Autoscout24 die Preise für Gebrauchtwagen mit noch 2 Jahren TÜV nachgeschaut. Die Ausgaben könnten sich tatsächlich noch rechnen, wenn wir uns nach Ostern wirklich vom Auto trennen.

Aber werden wir das tun? Oder werde ich wieder schwach? Und so was nennt Radfahrerin aus Überzeugung und Leidenschaft!