Das Rad - Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Kategorie: Lifestyle Seite 1 von 26

Kein Hundeklo

Wieso brauchen wir im wahrsten Sinne des Wortes eigentlich Schilder für jeden Scheiß? Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass wir die „Hinterlassenschaften“ unserer Hunde in geeigneter Weise entsorgen? Anscheinend nicht! Auf einer meiner Joggingrunden komme ich an einem baumbestandenen Wiesengrundstück vorbei. Letztes Jahr stand hier nur ein Schild mit dem Hinweis „Achtung! Hier ist kein Hundeklo“. Jetzt hat der Eigentümer / die Eigentümerin der Wiese aufgerüstet und zwei zusätzliche Schilder aufgestellt.

Dem üblen Geruch nach zu urteilen, der einem an dieser Stelle insbesondere morgens bei Nebel oder während der Heuernte entgegen weht, hätte man sich diesen Aufwand auch sparen können. Manche Hundehalter lernen es einfach nie!

Wehret den Anfängen

Corona und seine Auswirkungen – Social Distancing, stay@home – gibt mir gerade einen kleinen Vorgeschmack darauf was passiert, wenn mein Mann nächstes Jahr in Rente geht. Die Firma meines Mannes hat Kurzarbeit angemeldet und er macht Homeoffice. Ich gehe weiterhin ins Büro, wenn auch mit reduzierten Arbeitszeiten.  

Was habe ich noch vor ein paar Wochen innerlich geschmunzelt, wenn meine Lauftreffpartnerinnen sich über ihre Ehemänner ausgelassen haben, die gerade in den wohlverdienten Ruhestand gegangen waren:  

Als er noch berufstätig war habe ich die Wohnung abends so vorgefunden wie ich sie morgens verlassen hatte. Jetzt ist die Küche ein Schlachtfeld und im Wohnzimmer sieht es aus wie bei den Hottentotten.

#fillthebottle

Vor ein paar Tagen haben die BNN über eine Band aus Baden-Württemberg berichtet, die achtlos weggeworfenen Kippen den Kampf angesagt hat. Die Bandmitglieder sammeln Zigarettenstummel vom Boden auf, füllen sie in leere Plastikflaschen, machen Fotos davon und veröffentlichen diese auf Instagram unter dem Hashtag #fillthebottle.
Heute musste ich an diese Aktion denken, als ich die Parkplätze vor unserem Büro zur Vorbereitung des Parking Days am 20. September von Dornen und Gestrüpp befreien wollte. Was für ein Müll mir da entgegenkam. Wenn es für Kippen und Kronkorken Geld gäbe, hätte ich finanziell bald ausgesorgt.

Das war total eklig, die Dinger aufzusammeln. Ich hoffe nur, dass die Stadt ernst macht mit ihrer Ankündigung, Müllsünder in Zukunft stärker zu bestrafen. 100 € kostet dann eine achtlos weggeworfene Zigarette. Da aber kein Name auf dem Stummel steht, muss man die Sünder schon in flagranti ertappen. Ob da eine personelle Aufstockung des kommunalen Ordnungsdienstes um 50 % reicht?

Eröffnung der Wasserwerkbrücke

Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken.

Mit dieser Anspielung auf gegenwärtige nationalistische Tendenzen und Strömungen nicht nur in Deutschland leitete der Vertreter der Bahn in seiner Rede heute Nachmittag geschickt über auf den eigentlichen Grund, warum sich viele Karlsruher trotz der tropischen Hitze eingefunden hatten – die feierliche Wiedereröffnung der Wasserwerkbrücke zwischen der Karlsruher Südstadt und dem Oberwald. Statt der geplanten 15 Monate dauerten die Arbeiten nur knapp ein Jahr. Auch der geschätzte Kostenrahmen wurde eingehalten. Darauf können alle, die an der Planung und dem Bau beteiligt waren, zu Recht stolz sein. Rein theoretisch ist die neue Brücke zwar auch für den Schwerlastverkehr ausgelegt, aber abgesehen von Betriebsfahrzeugen des Zoos, dürfen auch in Zukunft nur Radfahrer und Fußgänger sie queren.

Hier ein paar Impressionen von der offiziellen Eröffnung:

Wasserwerkbrücke: 6 m breit, 160 m lang

Die Fronten sind verhärtet

Gestern hatte ich Standdienst beim ADFC Karlsruhe auf DAS FEST. Letztes Jahr haben wir außerhalb des Geländes Fahrräder codiert. Dieses Mal waren wir lediglich mit einem Infostand vertreten. Es war brütend heiß. Wir hatten unter dem Zelt wenigstens ein bisschen Schatten, die Festbesucher flanierten in der prallen Sonne an den vielen Infoständen vorbei.

Da es bei uns keine Gimmicks in Form von Hüten, Taschen oder Kugelschreiber gab, hielt sich der Ansturm der Massen in Grenzen. Wer zu uns kam, wollte entweder konkrete Informationen oder sich beschweren. Ersteren konnten wir natürlich helfen. Schließlich hatten wir umfangreiches Info- und Kartenmaterial dabei oder konnten die zuständigen Ansprechpartner benennen.

Schwieriger waren die Kandidaten, die mal so richtig vom Leder ziehen wollten.

Als ich unlängst mit meinem Hund auf dem Gehweg in der Bahnhofsstraße in Richtung Innenstadt unterwegs war, da hätte doch beinahe ein Radfahrer, der von der Brücke beim Zoo kam, meinen Hund überfahren. Als ich was gesagt habe, hat der Mann mich bespuckt!

Was soll man darauf sagen? Am besten man sagt zunächst mal gar nichts, sondern hört nur zu und „grunzt“ therapeutisch.

Ja, auch unter den Radfahrern gibt es Armleuchter. Auch ich hasse es, wenn mir im Dunkeln ein Radfahrer ohne Licht entgegenkommt, als Geisterfahrer unterwegs ist oder bei Rot über die Kreuzung fährt, während ich wie ein Lämmchen auf Grün warte. Aber Idioten gibt es unter allen Verkehrsteilnehmern.

Es ist extrem schwierig bis unmöglich, mit Leuten zu diskutieren, die ihr Feindbild fest verankert im Kopf haben. Man kann sie weder mit Gegenbeispielen noch mit Daten und Fakten eines Besseren belehren. Ihre subjektive Wahrnehmung ist eine andere und damit basta. Sie erinnern sich einfach nicht an die vielen Radfahrer, die sich den Regeln entsprechend verhalten, sondern nur an die wenigen Idioten, die sich über alle Regeln hinwegsetzen.

36 Grad und es wird noch heißer

Laut dröhnt der Song aus dem wuchtigen Lautsprecher neben mir auf dem Lastenrad. Die Radfahrer um mich herum singen den Text mit und wiegen sich – soweit das im Fahren eben geht – im Rhythmus der Musik.
Passt wie die Faust aufs Auge, denke ich. Es ist Freitag kurz nach halb zwölf und knapp 1000 Radfahrer rollen in einem nicht enden wollenden Strom langsam durch die Stadt. Nein, es ist nicht letzter Freitag des Monats und nicht Critical Mass. Die Schülerinnen und Schüler der Karlsruher Fridays for Future Bewegung haben diese Massen von Radfahrer in Bewegung gesetzt.

Der gelbe Blitz von MisterRide

Gestern durfte ich mit einem Klapp-Pedelec von MISTERRIDE Probe fahren. Ich werbe ja seit Anfang April über eine an meinem Vorderrad befestigte Scheibe für diese Firma und die Aktion Karlsruher Spendenradeln. Wenn man für ein Unternehmen wirbt, will man natürlich wissen, ob man sich mit den vertriebenen Produkten auch identifizieren kann.

Wie ihr seht handelt es sich bei dem Modell E-Bike Fat um ein Klapprad mit dicken 24″ Reifen (ETRTO 98-507) und Tiefeinstieg. Auch ohne knallig gelbe Lackierung fällt man mit dem Rad auf wie ein bunter Hund.

Warnwesten

Warnwesten für Radfahrer – wieso soll ich so ein Ding eigentlich anziehen? Stelle ich eine Gefahr dar? Ich mag die Westen nicht, zumal frau sich eine in der Regel 3XL große Warnweste zig Mal um den Bauch wickeln kann.
Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Diese Weste von Glückskind ziehe ich gerne an. Mit dieser Weste errege ich Aufmerksamkeit bei Dunkelheit und zaubere tagsüber ein Schmunzeln auf die Lippen der hinter mir fahrenden Radfahrer. Ob die Botschaft bei Autofahrern ankommt? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Und Glückskind bietet diese Westen nicht nur in Zeltgrößen an, sondern auch für schlanke Frauen.

Kleiner grüner Kaktus

Ein kleiner grüner Kaktus hat am letzten Freitag meine Aufmerksamkeit erregt. Ich hatte ihn während der Critical Mass am Lenker eines Cruisers entdeckt.

Nach Abschluss der CM bin ich mit Markus, dem stolzen Besitzer von Cruisi, ins Gespräch gekommen. Markus war extra aus Mannheim angereist, um wie er sagte seinen Frieden mit Karlsruhe zu schließen. Er war bereits Anfang des Jahres bei einer Karlsruher CM dabei und wurde von einem Polizisten wegen der Lichterkette am Oberrohr seines Rades in den Senkel gestellt. Die sich daran anschließende Diskussion endete für alle Parteien fruchtlos.

Ich hasse Menschen …

… Steine sind okay. Es gibt Tage, da ist die Heimfahrt mit dem Rad einfach zu kurz um sich wieder abzuregen. Fragt nicht!

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