Heute entscheidet sich, ob mein altersschwaches Auto und ich uns trennen müssen. Die Entscheidung liegt beim TÜV, denn Geld will ich in das Fahrzeug nicht mehr investieren. Mein Mann und ich brauchen, jetzt da beide Kinder mehr oder minder aus dem Haus sind, keine zwei Autos mehr. Das ist reinster Luxus, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Schnitt schluckt das Auto rund 15 Prozent des verfügbaren Einkommens. Nur fürs Wohnen geben wir noch mehr Geld aus. Hochgerechnet auf unsere Lebenszeit kommen Statistiken auf die gigantische Summe von mehreren hunderttausend Euro, die ein Pkw-Besitzer im Laufe seines Lebens in Autos steckt – je nachdem, ob er gerne Neu- oder auch mal einen Gebrauchtwagen kauft.

Eine Menge Holz, die ich in Zukunft sparen könnte, wenn, ja wenn ich mich tatsächlich von meinem Auto trenne. Eigentlich müsste diese Entscheidung ganz einfach sein, schließlich habe ich im vergangenen Jahr mehr Kilometer mit dem Rad als mit dem Auto zurückgelegt.
Wenn man alles zusammenrechnet, was man für den Unterhalt eines Wagens inklusive aller fixen und variablen Ausgaben sowie Wertverlust berappen muss, kostet ein gewöhnlicher Mittelklassewagen laut autofrei leben bis zu 545 Euro pro Monat über die gesamte Lebensdauer gerechnet. Dabei steht mein Auto meist in der Garage! Angesichts dieser Zahlen sollte es mir nicht schwer fallen, meinem Auto Lebewohl zu sagen. Aber irgendwie ist es doch ein Stück Freiheit, an dem ich wider besseren Wissens festhalte, es sei denn, der TÜV fällt eine andere Entscheidung für mich.