Was dem Deutschen sein Dienstfahrrad ist dem Franzosen eine neuartige Pendlerpauschale. 25 Cent bezahlen die am Versuch teilnehmenden Firmen ihren Mitarbeitern für jeden Kilometer, den diese mit dem Rad zur Arbeit zurücklegen.

„ Mit dem Rad zur Arbeit“ – diese Mitmachaktion haben wir in Deutschland schon lange. Bei uns winkt aber nicht Bargeld, sondern viel frische Luft und mit etwas Glück ein Preis.

In Frankreich will man mit diesem Pilotprojekt den Autoverkehr reduzieren, die Gesundheit der Mitarbeiter fördern, die Luftverschmutzung verringern und den Verbrauch fossiler Rohstoffe verringern.

In Deutschland können wir die Fahrtkosten zur Arbeit von der Steuer absetzen. Unsere Kilometerpauschale beträgt 30 Cent unabhängig davon, was für ein Transportmittel wir benutzen. Auch in Frankreich wurde der Weg zur Arbeit schon finanziell unterstützt, Radfahrer gingen aber leer aus. Die französische Regierung hofft, mit diesem finanziellen Anreiz mehr Pendler aufs Rad zu bringen.

Zunächst ist dieses Modellprojekt allerdings auf sechs Monate beschränkt. Bis dato nutzen nur 2,4 Prozent der Pendler in Frankreich das Fahrrad für den Weg zur Arbeit. In Belgien sind es 8 Prozent, in den Niederlanden sogar 25 Prozent. Da ist also noch eine Menge Potential.

Wenn das Modellprojekt erfolgreich ist, wenn also wirklich mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit fahren, will die französische Regierung das Projekt deutlich ausbauen. Hoffen wir mal, dass das so ist. Schon komisch, dass in dem Land, in dem die Tour de France stattfindet, so wenig Menschen das Rad benutzen, um damit zur Arbeit zu fahren. Als Sportgerät ist es etabliert, aber als Fortbewegungsmittel für den Alltag führt es ein Schattendasein.