Das Rad - Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Jahr: 2017 Seite 2 von 16

Odlo Blackcomb Evolution

Getreu dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ habe ich mir während meines jüngsten Kurzurlaubs in Kiel zwei neue Funktionsunterhemden zugelegt, da ich für die Reise schlichtweg falsch gepackt hatte. Dass es im Norden der Republik kälter sein könnte als in Karlsruhe, daran hatte ich komischerweise nicht gedacht, obwohl ich dort aufgewachsen bin. Da sieht man mal wieder, was man im Laufe des Lebens so alles verdrängt.

Wenn es um Sportunterwäsche geht, ist Odlo immer meine erste Wahl. Odlo-Qualität hat zwar ihren Preis, ist aber jeden Cent wert. Ich habe Funktionsunterwäsche der schweizer Firma, die habe ich bestimmt schon Tausend Mal gewaschen, die ist immer noch top. Da relativiert sich der „hohe“ Preis schnell.

Benutzungspflichtiger Radweg?

Dieser kuriose Radweg führt direkt an den Michelin-Reifenwerken in Karlsruhe vorbei. Es handelt sich dabei um einen benutzungspflichtigen Radweg, was durch das StVO Schild 241-30 eindeutig gekennzeichnet ist. Ich habe schon in einem anderen Zusammenhang über ihn berichtet.
Heute Nachmittag bin ich zufällig wieder hier vorbeigekommen und ich konnte nicht umhin, den Streckenabschnitt in einem kleinen Filmchen festzuhalten. Ich bin froh, dass ich nur meine linke Gepäckträgertasche am Rad montiert habe, sonst wäre ich womöglich an einem der Pfeiler hängengeblieben. Aber was machen Triker oder Radfahrer mit Kinderanhänger? Wo fahren die lang? Links auf dem Radweg, wie vorgeschrieben oder rechts am Hindernis vorbei auf dem Gehweg?

 

Wer gibt so eine „Strichführung“ in Auftrag bzw. wer führt solch einen Auftrag aus? Die Maxime „Ist doch egal, ich krieg’s ja bezahlt“ scheint nicht nur in meiner Firma verbreitet zu sein.

Wieso man hier die weiße Markierung nicht längst entfernt hat, um einen für Radfahrer und Fußgänger gemeinsam genutzten Geh-/Radweg (Zeichen 240) zu schaffen, ist mir schleierhaft. Übrigens kann man sich dieses Meisterwerk der Malerei auch über Google Earth anschauen. Einfach „Karlsruhe, Michelin Reifenwerke“ eingeben und den Radweg heran zoomen.

Alle reden vom Wetter …

… Alltagsradler tun das nicht, sie ziehen sich einfach entsprechend an 🙂

Bestens ausgerüstet ließen es sich somit heute Abend 47 Karlsruher Radler nicht nehmen, bei strömendem Regen an der Novemberausgabe der Critical Mass teilzunehmen. Hier ein paar Impressionen vom Start auf dem Kronenplatz und vom Fotoshooting vor dem Schloss.

Die Velomobilisten sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Critical Mass in Karlsruhe. Ich denke sie konnten es verkraften, dass ihnen diese Lichtshow am Rad heute beinahe den Rang abgelaufen hätte.

Sehen und gesehen werden – in der dunklen Jahreszeit extrem wichtig

Schutzstreifen – Wunsch und Wirklichkeit

Je länger ich mit dem Rad in der Stadt unterwegs bin, desto weniger glaube ich an die schützende Wirkung der sogenannten Schutzstreifen. Und das denke ich nicht nur, weil mir vor zwei Jahren auf eben genau so einem Schutzstreifen jemand die Vorfahrt genommen hat, so dass ich unsanft über den Lenker absteigen musste.

Was will man mit Schutzstreifen erreichen und wie sieht die Wirklichkeit aus? Die Stadt Hamburg hat einen Flyer herausgeben mit dem Titel Radfahrstreifen und Schutzstreifen – Sicher und komfortabel Rad fahren. Auf diesen Flyer werde ich mich im Folgenden beziehen.

  • These 1: Schutzstreifen bieten hohen Fahrkomfort und die Möglichkeit schnell voranzukommen.
    Theoretisch mag das stimmen, aber praktisch komme ich als Radfahrer nur in den Genuss dieses Komforts, wenn die Straße leer ist – also sonntags – und keine Fahrzeuge widerrechtlich auf dem Schutzstreifen parken.

Zugeparkter Schutzstreifen

Stressfrei in die City?

Die Stadt Karlsruhe rüstet sich wieder für den Weihnachtsansturm. Unter Stressfrei in die Weihnachtsstadt  findet man Informationen zur Verkehrsführung.

Der Verkehr soll fließen

Damit meint man allerdings in erster Linie den Autoverkehr. Damit dieser Verkehr noch „besser“, sprich schneller durch die City direkt am ECE und am Rondellplatz vorbei Richtung Fritz-Erler-Straße fließen kann und Autofahrer auf den für sie anscheinend lästigen Schulterblick komplett verzichten können, hat man den Radfahrstreifen auf  der Markgrafenstraße für Radfahrer kurzerhand aufgehoben, zu unserem Schutz, wie es in der Pressemeldung lapidar heißt.

Wieso man den Autoverkehr hier lang führt, ist mir absolut schleierhaft. Wegen der paar Stellpätze in der IHK Tiefgarage? Auf dem Friedrichplatz eröffnet bald der Weihnachtsmarkt, vom ECE  laufen täglich Tausende von Fußgänger in Richtung Kaiserstraße und die Markgrafenstraße ist Hauptverkehrsader für Radfahrer. Ausgerechnet hier leitet man jetzt zusätzlich den Autoverkehr lang? Dann sieht das bis Anfang nächsten Jahres hier wohl so aus, bloß noch schlimmer, da die Weihnachtszeit ja noch kommt:

 

Man konnte förmlich spüren, dass der Autofahrer die vor ihm fahrende Radfahrerin am liebsten zur Seite gefegt hätte. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ist er mit überhöhter Geschwindigkeit an ihr vorbeigebraust, nur um an der nächsten Kreuzung gleich wieder eine Vollbremsung hinzulegen, um links abzubiegen. So viel zum Thema Der Verkehr soll fließen.

Pendeln ist nicht gleich Pendeln

Als ich jüngst auf meinem Weg von Karlsruhe nach Kiel an der Ausfahrt nach Bensheim vorbeikam, fiel mir unmotiviert ein, dass dort ein Kollege meines Mannes eine Wohnung hat und oft mit dem Auto zu seinem Arbeitsplatz nach Karlsruhe pendelt. Morgens und abends jeweils eine Stunde Fahrtzeit? No way, dazu hätte ich ja keine Lust, dachte ich. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit!

Dabei brauche ich für die Fahrt zur Arbeit genauso lange wie der Kollege meines Mannes. Einziger Unterschied – ich fahre mit dem Rad. Während mir zwei Stunden im Auto als pure Zeitverschwendung erscheinen, empfinde ich zwei Stunden Radfahren als entspannend und erholsam. Ich kann unterwegs die Seele baumeln lassen, denn es ist – von ein paar Joggern und Spaziergängern mal abgesehen – nichts los auf meiner Strecke.

Mit dem Rad zur Arbeit fahren – besser als mit dem Auto im Stau stehen (Bild links: Oberwald / Bild rechts: Alb)

Nicht mal Regen, Schnee oder Kälte können diese Freude trüben. Pendeln ist eben doch nicht gleich Pendeln. Mit dem Auto pendeln bedeutet für mich Stress, mit dem Fahrrad – je nach Tempo – Bewegung oder Sport an frischer Luft. Wenn ich abends nach Hause komme, habe ich mich bereits ausgetobt. Die Kosten fürs Fitness-Studio kann ich mir sparen.

Diamonds are a girl’s best friend?

Auch ich liebe Schmuck, freue mich aber eigentlich noch viel mehr über solche Geschenke 🙂 Meine Familie kennt mich eben.

Die Kamera hatte ich mir schon länger gewünscht, damit ich in Zukunft unterwegs auf dem Rad festhalten kann, was sich auf deutschen Straßen und insbesondere auf den sogenannten Schutzstreifen für Szenen abspielen.

Ich bin schon sehr gespannt, was Juliane Schumacher zum Thema Radfahren in der Stadt zu berichten hat. Jedenfalls wird Ihr Buch How to Survive als Radfahrer in der Presse in den höchsten Tönen gelobt.

Auch die Putz- und Schmiermittel kommen genau richtig, denn nicht nur mein Alltagsrad hat eine gründliche Reinigung dringend nötig. Allerdings lohnt es sich bei der jetzigen Wetterlage nicht, mit der Radpflege anzufangen. Eine Fahrt durch das Schmuddelwetter und schon wäre das schöne Rad wieder dreckig.

Per Rikscha auf der CM

Auf der letzten Critical Mass in Karlsruhe konnten wir ein für unsere Breitengrade ungewöhnliches Rad bewundern – eine Rikscha.

Ich hatte sie zuvor schon mal in Karlsruhe Durlach gesehen und angenommen, dass wir auch in Karlsruhe einen Standort von Radeln ohne Alter haben. Da habe ich mich wohl geirrt, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Diese Rikscha gehört jedenfalls einem Ettlinger, der damit seine Eltern durch die Gegend fährt, weil sie gerne an der frischen Luft sind und früher auch viel mit dem Rad unterwegs waren. Er tue dies aber nicht nur ihnen zuliebe, sondern auch aus rein egoistischen Gründen. Schließlich täte es auch seiner Gesundheit gut, sich mehr zu bewegen. Ich muss sagen, dass ich total beeindruckt war, schließlich ist so ein Gefährt ja nicht ganz billig,

Mit unseren Töchtern haben mein Mann und ich schon des Öfteren scherzhaft diskutiert, wie der Rollator ausgestattet sein müsste, über den wir uns später mal freuen würden. Liebe Töchter, solltet ihr diese Zeilen lesen, ich hätte da ja jetzt noch einen zusätzlichen Wunsch. Wenn ich mal nicht mehr selbst Rad fahren kann, dann würde ich mich über die eine oder andere Ausfahrt in einer Rikscha extrem freuen. Bis es soweit ist, dauert es hoffentlich noch lange. Und bis dahin gibt es bestimmt auch in Karlsruhe einen Standort von Radeln ohne Alter, wo ihr euch dann eine Rikscha ausleihen könnt, um mit uns eine Ausfahrt zu machen 🙂

Der Winter kann kommen

Gestern noch strahlender Sonnenschein und goldener Herbst, heute „Schietweer“.
Die Wetteraussichten für die kommende Woche sind auch nicht prickelnd: Kälteeinbruch und die Schneefallgrenze soll bis auf 800 m sinken.

Also habe ich auf meinem Crossrad wieder die Spikereifen aufgezogen, denn selbst ist die Frau. Bisher ist es mir nie gelungen, die Reifen zu wechseln, ohne mindestens einen Reifenheber zu schrotten. Mit den neuen Reifenhebern von Schwalbe ist mir das diesmal nicht gelungen. Entweder stelle ich mich nicht mehr ganz so ungeschickt an oder die Teile sind stabiler als sie aussehen.

Noch hängt das Rad dekorativ an der Wand, aber ich bin für alle Eventualitäten gerüstet. Bei Schnee und Eis nehme ich mein Crossrad mit Spikereifen, sonst wie gewohnt mein Trekkingrad.
Bin ich froh, dass ich nicht nur ein Rad besitze!

 

 

 

Nur mal kurz …

… zum Bäcker, zur Reinigung, zur Bank, den Warnblinker ausprobieren oder mit schlechtem Beispiel vorangehen. Ausreden gibt es immer. Seit wir in Karlsruhe diese wunderschön breiten und durch einen fetten Strich von der Fahrbahn abgetrennten Radwege haben, parkt es sich darauf viel besser als früher.

Nehmen wir einen typischen Samstagmorgen in der Karlstraße. Alle paar Meter steht ein Fahrzeug widerrechtlich geparkt auf dem breiten Radweg. Die Karlstraße steht stellvertretend für viele in Karlsruhe. Die Stadtväter bauen neue Radwege, Schutzstreifen und Fahrradstraßen. Doch als Radfahrer muss man Slalom fahren. Das Ordnungsamt könnte sich eine goldene Nase verdienen. Aber entweder fehlt der Wille, hier durchzugreifen oder das Personal oder beides.

Nur mal kurz im Weg stehen

 

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