Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Jahr: 2015 Seite 1 von 15

Gute Vorsätze für 2016

… sind meist der Anfang eines schlechten Gewissens. Warum sollte man sich etwas vornehmen, wenn man eigentlich jetzt schon weiß, dass man es nicht einhalten kann. Dann ärgert man sich doch nur über sein eigenes Versagen und wenn man Pech hat, wird man von seinen Bekannten auch noch in regelmäßigen Abständen an seine guten Vorsätze erinnert.

Wolltest du nicht mehr Zeit mit deiner Familie verbringen?

Was könnte ich mir vornehmen? Anfangen zu rauchen? Weniger Sport treiben oder gar zunehmen? Ist gar nicht so einfach, sich für das kommende Jahr etwas Sinnvolles vorzunehmen, wenn man nicht raucht, regelmäßig Sport treibt und nicht übergewichtig ist.

Aber wozu hat man Kinder. Meiner Jüngsten fielen auf Anhieb einige Dinge ein, die ich mir vornehmen könnte:

  • Weniger arbeiten
  • Daheim entspannen, statt Hektik zu verbreiten
  • Mal alle fünfe gerade sein lassen

Wenn ich mir das vornehme, müsste ich mich ja richtig ändern! Womit wir wieder am Anfang wären – gute Vorsätze sind meist der Anfang eines schlechten Gewissens.

Verkehrskontrolle von Radfahrern

In der gestrigen Ausgabe der BNN (Badische Neueste Nachrichten) gab es einen Leserbrief zum Thema Radfahren in Karlsruhe im Allgemeinen bzw. Verkehrskontrollen von Radfahrern im Stadtzentrum von Karlsruhe und Durlach im Speziellen:

Verkehrskontrolle von Radfahrern

Zum Thema Verhältnismäßigkeit von Verkehrskontrollen von Radfahrern

Der Autor war anscheinend Zeuge zweier – wie er es nennt – Kontrollgroßeinsätze von bewaffneten Polizisten in der City von Karlsruhe und Durlach. Ihm erschienen diese Einsätze überflüssig, nicht verhältnismäßig und an den Ursachen der Verkehrsprobleme vorbei. Ich sehe solche Kontrollen mit etwas anderen Augen.

Ich halte Verkehrskontrollen von Radfahrern nicht für überflüssig.

Ich fahre bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit und verbringe auch am Wochenende oder nach Feierabend mehr Zeit auf dem Rad als im Auto. Dabei werde ich leider häufig Zeuge, wie andere Radfahrer gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen und das meist auch ohne jegliches Unrechtsbewusstsein. Eine Minderheit von Radfahrern ruiniert so den Ruf aller Radfahrer. Der Hinweis, dass manch ein Autofahrer beim Überholen eines Radfahrers nicht genügend Abstand wahre, nötige, hupe oder sogar abdränge, entschuldigt meines Erachtens nicht das verkehrswidrige Verhalten eines Radfahrers.

Wann ist eine Verkehrskontrolle von Radfahrern verhältnismäßig?

Mich würde jetzt interessieren, was der Autor des Leserbriefes unter einem Großeinsatz versteht. Mehr als 1, 2 oder 3 Polizisten? Meines Wissens sind Polizisten auf Streife auch immer bewaffnet, egal ob sie einfach nur durch die Stadt patroullieren, Alkoholkontrollen durchführen, Fußballspiele bewachen oder Radfahrer kontrollieren. Der Leserbrief suggeriert irgendwie, dass eine Hundertschaft von bis an die Zähne bewaffneter Polizisten unschuldigen Radfahrern aufgelauert hätte. Das Radfahren in den Fußgängerzonen der Innenstadt ist nun mal verboten. Nachdem ich gestern Abend in der Kaiserstraße Zeuge wurde, wie ein Radfahrer in die Straßenbahnschienen geraten ist und beinahe vor einer herannahenden Straßenbahn gestürzt wäre, weiß ich auch warum das Radfahren dort nicht erlaubt ist. Es gibt mittlerweile genügend Ausweichmöglichkeiten und Radwege parallel zur Kaiserstraße. Ich möchte ja auch nicht, dass sich Fußgänger oder Autofahrer auf den Fahrradstraße tummeln, da kann ich es gut verstehen, wenn Fußgänger nicht möchten, dass Radfahrer auf den Gehwegen fahren.

Radfahrer sind nicht Ursache, sondern Lösung der innerstädtischen Verkehrsprobleme.

Da stimme ich Herrn Hofmann, dem Verfasser des Leserbriefes, zu. Allerdings hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Regelverstöße sind Regelverstöße, egal ob sie von Radfahrern, Fußgängern oder Autofahrern begangen werden. Niemand steht über dem Gesetz, auch wenn das Fahrrad die Lösung vieler Probleme  – „Luftverschmutzung, Verlärmung, Staus, Flächenbedarf, Bewegungsmangel“ – ist.

Fahrradgeräusche nerven

Mein Trekkingrad schnurrt wieder geräuschlos dahin. Doch es hat sich ganz schön lange hingezogen, bis ich den Grund des nervtötenden Klack-klack-klack gefunden hatte. Erst hat mein Mann die Kette und den hinteren Zahnkranz gewechselt. Ja, ich bekenne mich schuldig, wir haben noch die klassische Rollenverteilung: Er führt die Reparaturen aus und ich schaue ihm dabei interessiert zu. Was technische Dinge anbetrifft, habe ich fünf linke Hände. Das Einzige, was ich kann, ist Reifen wechseln und Bremsbeläge erneuern. Ist zwar nicht viel, aber immerhin.

Doch zurück zu den Geräuschen. Auch nach der Erneuerung der Kette und Zahnkränze war das Geräusch noch da. Immer wenn ich anderen das Klack-klack-klack vorführen wollte, tat mein Rad mir allerdings nicht den Gefallen, es auch zu erzeugen. Typischer Vorführeffekt. Aber es kamen eigentlich „nur“ noch drei Komponenten in Frage: die Kurbelgarnitur, die Pedale oder das Lager.

Da die Pedale am einfachsten zu wechseln sind, haben wir die vom Trekkingrad abmontiert und durch die Mountainbike-Pedale ersetzt. Bingo! Volltreffer. Man konnte schon beim Drehen der abmontierten Pedale merken, dass da der Wurm drin ist:

Der Übeltäter - die Pedale

Der Übeltäter – die Pedale

Jetzt werde ich mir etwas Anständiges zulegen. Ich trete sie zwar täglich mit Füßen, aber in meine neuen Pedale investiere ich jetzt mehr als vorher.

 

Critical Mass am 1. Weihnachtstag

Critical mass (engl., dt. ‚kritische Masse‘) ist ein Trend in vielen Städten der Welt, bei der sich RadfahrerInnen scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen Fahrten durch ihre Innenstädte mit ihrer bloßen Menge auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam zu machen.

Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr!

Ihr habt Weihnachten noch nichts vor, dafür aber an den ersten beiden Feiertagen viel zu viel gegessen und wollt euch an der frischen Luft unter Gleichgesinnten bewegen. Dann hätte ich da einen Tipp für euch. Schwingt euch aufs Rad und nehmt an einer bestimmt auch in eurer Nähe stattfindenden Critical Mass Veranstaltung statt.

Critical Mass findet am 1. Weihnachtstag u.a. in folgenden Städten statt:

Aachen, 18.00 Uhr, Elisenbrunnen

Berlin, 20.00 Uhr, Heinrichplatz,

Dresden, 18.30 Uhr, An der Halfpipe auf der Lingnerallee

Hamburg, 19.00 Uhr, der Startpunkt wird kuzfristig über Facebook bekanntgegeben

Hannover, 18.30 Uhr, Klagesmarkt

Karlsruhe, 18.00 Uhr, Kronenplatz

Ob auch in eurer Stadt für die Rechte der Radfahrer demonstriert wird, könnt ihr hier feststellen.

You can leave your hat on

Bis letzten Freitag kam ich jeden Abend kurz hinter dem Schwimmbad von Wolfartsweier an diesem Verkehrsschild vorbei und musste schmunzeln. Mir fiel dann immer unwillkürlich die Melodie von „You can leave your hat on“ von Joe Cocker ein.

Achtung - Wildwechsel

Achtung – Wildwechsel

In der Lokalpresse hatte ich bereits gelesen, dass dieses Schild durch ein „korrektes“ Warnschild ersetzt werden soll. Ich bezweifle, dass es irgendeinem Autofahrer überhaupt schon mal aufgefallen ist, dass der Hirsch auf diesem Schild einen Schal trägt und sozusagen stilvoll darauf aufmerksam macht, dass hier mit Wildwechsel gerechnet werden muss.

Seit gestern gehört der Schal der Vergangenheit an. Das Schild wurde ausgetauscht, damit die liebe Beamtenseele endlich Ruh hat und wieder Zucht und Ordnung an der L 623 Richtung Grünwettersbach herrscht.

Der Schal ist weg, die Ordnung wieder hergestellt

Der Schal ist weg, die Ordnung wieder hergestellt

Man, müssen wir Geld haben!

Danny MacAskill – Cascadia

Vor vier Tagen online gestellt und schon mehr als 4,5 Millionen Mal geklickt. Wenn ihr euch das Video angeschaut habt, wisst ihr warum.

Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen. Man kommt auch anders zum Strand.

Lieber hübsch eingepackt, als falsch eingeparkt

In Stuttgart hat man das Motto eines im letzten Jahr zur Weihnachtszeit stattfindenden Flashmobs wieder aufgenommen: Lieber hübsch eingepackt, als falsch eingeparkt. Ich denke, das ist mal ein netter Wink mit dem Zaunpfahl.

Schlecht eingeparkt, dafür hübsch verpackt

Falsch eingeparkt, dafür aber hübsch verpackt (Bild: #stuttgartsteigtum)

Man möchte sich zu Weihnachten ja auch mal über Falschparker freuen können! Zumindest verpackt würde uns ihr Anblick ein Lächeln ins Gesicht zaubern und vielleicht den einen oder anderen Falschparker an die Straßenverkehrsregeln erinnern.

Hübsch, aber auch sinnvoll?

BMW vertreibt nicht nur schnittige Autos und Motorrräder, sondern auch sogenannte Lifestyle Produkte. Brillen, Geldbörsen, Tassen, Bekleidung, Taschen und auch Fahrräder. Eines dieser Räder hat sogar 2014 einen der begehrten Red Dot Design Awards abgegriffen.

Begründung der Jury:

Eine ausdrucksstarke Gestaltung hebt die neue BMW Bike-Kollektion besonders hervor und unterstreicht insbesondere die Dynamik des Fahrverhaltens.

BMW cruise bike (Bild: BMW)

BMW cruise bike (Bild: BMW)

Jeder Designer oder Hersteller kann Produkte für diesen jährlich seit 1955 stattfindenden Wettbewerb anmelden. Die Anmeldung ist natürlich nicht umsonst. Wer mit einem Red Dot ausgezeichnet wird, muss außerdem weitere Kosten tragen für den verpflichtenden Eintrag im Jahrbuch, die exklusive Nutzung des Labels und die Präsentation in der Ausstellung im Red Dot Design Museum in Essen.

Dass das Rad schnieke aussieht, wird wohl kaum jemand bestreiten. Ein wahrer Hingucker. BMW Fahrer, die auf sich halten, eine große Garage haben und nicht gerade gezwungen sind, jeden Cent dreimal umzudrehen, würden sich so ein Cruiser Bike wahrscheinlich schon aus dekorativen Gründen an die Wand hängen. Aber wenn man mal vom Aussehen absieht, macht ein Rad mit dieser Ausstattung überhaupt Sinn?

  • Größe: 26 Zoll
  • Gewicht: 15 kg
  • Rahmen: Aluminium, frontgefedert
  • Reifen: Continental CruiseCONTACT mit „Safety System“
  • Gabel: SR Suntour XCT
  • Scheibenbremsen: Shimano BR-M395 180 mm
  • Schaltwerk: Shimano Deore 30 Gänge
  • Felgen: Felgen: Rodi, Airline Plus 4 lacing
  • Sattel: Selle Royal Freccia

Es hat 30 Gänge und ist gefedert wie ein Hardtail, hat aber glatte Reifen, so dass man es eigentlich nicht abseits der Straße fahren kann. Mit seinen 15 kg ist es nicht nur als Mountainbike zu schwer, sondern auch als Stadtrad, es sei denn man lebt in einer Gegend, die vollkommen eben ist. Dann sind wiederum die 30 Gänge überflüssig. Eine Federung für ein Rad, das fürs Cruisen auf asphaltierten Straßen konzipiert ist, scheint auch irgendwie redundant.

Wer wie ich bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit fährt, würde sich nie ein Rad ohne Schutzbleche zulegen. Die kämen dann ja gewichtsmäßig noch obendrauf. Und was ist mit einem Gepäckträger? Macht sich auch gut, wenn man mit dem Rad einkaufen fährt.

Alles in allem würde ich sagen, dass das BMW Cruise Bike zwar nicht gerade alltagstauglich, aber „nice to have“ ist. Macht sich bestimmt gut für den sommerlichen Weg zur Eisdiele oder als Deko neben der R nine T und dem Z4 Roadster.

Falschparkern geht’s an den Kragen

Kaum schreibe ich was über Falschparker auf Karlsruher Radwegen, finde ich reihenweise Artikel übers Falschparken in den Medien. Da ich kaum annehme, dass man von mir abgeschrieben hat, gehe ich davon aus, dass das Parken auf Rad- und Gehwegen deutschlandweit überhand nimmt:

Dass mit der Größe des Autos auch die Dreistigkeit der Fahrer dieser Autos zunimmt, scheine nicht nur ich so zu empfinden:

Je dicker das Auto, umso egoistischer das Verhalten

so die Aussage von Heinrich Stößenreuther – der die Wegeheld-App ins Leben rief – nach Auswertung von 8000 Meldungen und Fotos von falsch parkenden Fahrzeugen auf Deutschlands Rad- und Fußwegen.

Interessant fand ich auch folgende Aussage: Man darf auf Twitter (#falschparker) oder ähnlichen Plattformen Fotos von Fahrzeugen veröffentlichen, auf denen das komplette Kennzeichen zu erkennen ist. Laut einem nicht namentlich genannten Experten aus dem Berliner Polizeipräsidium muss man – so der Bericht auf Zeit Online bzw. Tagesspiegel – Kennzeichen nicht verpixeln und darf selbst wertende Äußerungen wie „blockiert Einfahrt“ oder „gefährdet Kinder“ veröffentlichen. Das Persönlichkeitsrecht werde dadurch nicht verletzt, da Privatpersonen anhand des Kennzeichens nicht den Halter ermitteln können. Dies könne nur die Polizei.

Sicherheitshalber werde ich die Kennzeichen falsch parkender Fahrzeuge auch in Zukunft unkenntlich machen. Man weiß ja nie, ob es da nicht irgendwelche Ausnahmen gibt.

Falschparker geht's an den Kragen

Falschparkern geht’s an den Kragen

 

Lange Schatten werfen

Selfie auf dem Rad

Schattenspiele

Das tolle Wetter und die ungewöhnlich warmen Temperaturen haben viele gestern genutzt, um eine Fahrradtour durch die Natur zu unternehmen. So auch Birgit, die mir dieses Selfie aus dem Enzkreis geschickt hat.

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