Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Jahr: 2014 Seite 2 von 20

Bei dir klingelts

Das nenne ich mal Redundanz

Das nenne ich mal Redundanz

 

Die richtige Winterkleidung

Gibt es DIE richtige Winterkleidung? Ich glaube nicht, denn jeder Mensch empfindet anders. Der eine schwitzt schon, während der andere noch fröstelt. Die perfekte Kleidung fürs Radfahren im Winter gibt es also nicht. Was richtig ist, muss jeder einzelne für sich selbst zusammenstellen, und Zusammenstellen muss nicht unbedingt heißen, neu kaufen. Wenn man bei Kälte oder sogar Minusgraden losfährt, darf man ruhig noch frieren. Wer es beim Losfahren schon mollig warm hat, der wird spätestens nach ein paar Kilometern schwitzen.

Über den Kopf verliert man am meisten Wärme. Ich trage daher im Winter immer eine Unterziehmütze unter meinem Helm. Sie ist dünn genug, damit der Helm noch passt und ich vom Verkehr noch alles mitbekomme und dick genug, um meinen Kopf vor dem kalten Fahrtwind zu schützen.

Empfindlich bin ich auch an den Händen und Füßen. Wenn es kalt wird, versorgt unser Körper automatisch die Körpermitte und die wichtigsten Organe mit Blut und Sauerstoff. Ergebnis: unsere Hände und Füße werden als erstes kalt, weil sie von dieser Körpermitte am weitesten weg sind. Bei den Handschuhen sollte man also nicht sparen. Sie sollten wind- und wasserdicht sein. Viele Ausrüster bieten auch Handschuhe mit wasserdichtem Regenüberzug, den man bei Bedarf über die Fingerhandschuhe stülpen kann.

Überschuhe sind ebenfalls extrem wichtig. Sie schützen die Füße und die Schuhe vor Nässe, Schmutz und Kälte. Überschuhe sind dehnbar, so dass sie über jeden Schuhtyp passen. Es gibt sie in verschiedenen Größen, Dicken, Materialien und Preislagen.

Alle anderen Bekleidungsstücke, die man bei Kälte fürs Rad fahren anziehen könnte, habt ihr wahrscheinlich sowieso in eurem Schrank. Wieso neue Funktionsunterwäsche kaufen, wenn ihr diese bereits habt, weil ihr Ski fahrt, auch im Winter joggt, oft Schlittschuh lauft oder wandern geht. Die unterste Schicht soll Feuchtigkeit, sprich euren Schweiß, vom Körper weg nach außen transportieren. Also bitte keine Baumwolle, sei sie anfangs auch noch so angenehm am Körper. Funktionsunterwäsche sollte möglichst hautnah sitzen ohne einzuengen. Empfehlen kann ich da Funktionsunterwäsche von Odlo oder Skins. Die hält ewig und behält auch nach tausend Waschgängen noch die Facon. Außerdem mufft sie auch nach häufigem Tragen nicht nach Schweiß. Ihr kennt das bestimmt auch. Es gibt Kleidungsstücke, die riechen schon nach Schweiß, wenn man sie anzieht, dass man bei sich selbst nicht sitzen möchte. Dieses Phänomen habt ihr bei der Funktionsunterwäsche von Odlo und Skins nicht.

Manchen reicht bereits diese Schicht unter einer flauschig warmen, wind- und wasserdichten Funktionsjacke. Mir ist das noch zu wenig. Wenn das Thermometer unter 5 Grad fällt, brauche ich zwischen der Funktionsunterwäsche und der Funktionsjacke noch eine weitere wärmende mittlere Schicht. Das kann ein weiteres Unterhemd sein, ein Thermo-Trikot oder ein langarmiges Laufshirt. Ich wette auch in den Tiefen eures Kleiderschrankes verbergen sich viele Kleidungsstücke, die ihr als zweite, isolierende Schicht anziehen könntet. Die Ausrede „ich habe gar nichts anzuziehen“ zieht bei den meisten von uns nicht.

An den Beinen bin ich relativ unempfindlich. Ich kann auch im Herbst noch lange mit kurzer Radhose oder Baggy Shorts fahren. Bei Licht betrachtet besitze ich nicht einmal eine lange Radhose. Ich fahre im Winter immer mit einer meiner langen Jogginghosen. Die meisten haben vorne Windstopper-Material und schützen mich so vor dem eisigen Wind.

Praktisch finde ich auch die neuen Thermo-Trägerhosen, die sogenannten Bib-Tights. Sie verrutschen nicht und halten die Rückenpartie schön warm. Bei früheren Trägerhosen musste man/frau sich ja immer erst halb ausziehen, wenn er/sie mal auf die Toilette musste. Dieses Problem gibt es bei den neuen Trägerhosen nicht mehr. Das Trägerteil lässt sich entweder über einen Reißverschluss oder durch Haken vom Unterteil trennen und erleichtert somit den Gang zur Toilette.

Was mir noch fehlt ist eine gescheite Brille. Schon nach wenigen Metern in der Kälte auf dem Rad tränen mir die Augen. Das nervt nicht nur, das behindert die Sicht. Deshalb bin ich derzeit auf der Suche nach einer perfekt sitzenden Brille. Eine Brille, die seitlich und oben gut anliegt und keine Zugluft durchlässt. Im Wald habe ich auch schon Mountainbiker mit Skibrille gesehen. Das ist zwar effektiv, sieht aber sehr gewöhnungsbedürftig aus.

Nikolaus – Geschenkideen nicht nur für Radfahrer

Es muss ja nicht immer Schokolade sein. Der Nikolaus mutiert von Jahr zu Jahr mehr zu einer Geschenk-Orgie. Als ich Kind war gab es Mandarinen, Kekse, Nüsse und EINEN Nikolaus aus Schokolade. Heute bekommen viele Kinder einen riesigen Nikolaus-Teller voll mit Süßigkeiten und Geschenken. Wieso eigentlich?

Wenn ihr euren lieben Kleinen und Großen schon was schenken müsst, dann tun es doch auch Kleinigkeiten, Socken zum Beispiel. Dann habt ihr schon was, wo ihr die Mandarinen und Nüsse hineintun könnt.

Es gibt da für die Winterzeit extrem kuschelige Socken von Assos. Es handelt sich dabei um funktionale, leichte Socken mit einem hohen Wollanteil. Der Fersen- und Zehenbereich ist verstärkt, der Schaft verlängert und der Mittelfußbereich zusätzlich unterstützt. Die trage ich in dieser Jahreszeit immer beim Radfahren. Kalte Füße gehören seitdem der Vergangenheit an.

Sehen und gesehen werden, das ist jetzt morgens und abends besonders wichtig. Von VAUDE gibt es eine kleine Blinkleuchte, die man sich hinten an den Rucksack, die Satteltasche oder beim Joggen an die Mütze klemmen kann. Klein, leicht und sehr wirkungsvoll.

Auch ein Schlauchtuch bzw. Multifunktionstuch kostet nicht die Welt und lässt sich im Handumdrehen in einen Nikolaus-Strumpf umfunktionieren. Von BUFF oder P.A.C. gibt es eine riesige Auswahl an farbenfrohen Tüchern, die man als Halstuch, Stirnband, Mütze oder Balaclava bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit tragen kann.

Ich finde es reicht, wenn der Nikolaus eine dieser Kleinigkeiten mitbringt. Dazu dann noch einen Nikolaus, ein paar Mandarinen und Nüsse – fertig.

my Boo – Bambusfahrrad aus Ghana

my Boos, das sind Bambusfahrräder made in Ghana und Deutschland.

my Afram, das Premiummodell von my Boo

my Afram (Foto: my Boo)

Wer steckt hinter my Boo? Ein Kieler Start-up-Unternehmen, das Unternehmergeist mit sozialem Engagement verbindet.

Für uns war klar, dass unser Produkt auch einen Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit leisten soll

Die beiden BWL-Studenten Jonas Stolzke und Maximilian Schay produzieren und vertreiben Bambus-Fahrräder in Kooperation mit dem Yonso-Projekt in Ghana und der Stiftung Mensch in Deutschland. Die Bambusrahmen werden in mehr als 90-stündiger Handarbeit in Ghana gefertigt. Die zur Fertigung neben dem Bambus nötigen Metallkomponenten wie Tretlagergehäuse und Gabelrohre liefert die Stiftung Mensch. Lenker, Pedale, Bremsen und Räder kommen ebenfalls aus Deutschland, wo die Räder auch zusammengebaut werden.

my Boo Komponenten

my Boo Komponenten (Foto: my Boo)

Jeder Rahmen ist ein handgefertigtes Unikat. Wenn ihr wissen wollt, wie aus einem simplen Bambusrohr ein Bambusrahmen mit hervorragender Steiffigkeit und natürlicher Dämpfung wird, dann könnt ihr hier Näheres über die einzelnen Arbeitsschritte erfahren.

Jedes Bambus-Fahrrad finanziert zusätzlich ein Schulstipendium in Ghana. Es geht den beiden Jungunternehmern nicht darum, einen möglichst großen Profit zu erwirtschaften.

my Boo ist ein Vorzeigeprojekt für Schleswig-Holstein – sozial, nachhaltig und ökologisch.

So die lobenden Worte des Schleswig-Holsteinischen Staatssekretärs Nägele beim Verkaufsstart.

my Boo zeigt, dass ökologische Nachhaltigkeit, soziales Engagement und ein natürliches Produkt wie Bambus sich nicht widersprechen. Jedes einzelne my Boo ist ein hochwertiges, sicheres und einzigartiges Fahrrad. Der Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff, so dass Ressourcen geschont werden. Die soziale Komponente ist in jedem einzelnen Abschnitt des Herstellungsprozesses involviert. Sowohl in Ghana als auch in Deutschland werden nachhaltig Arbeitsplätze gesichert. Für die Gründer von my Boo hat jedes Unternehmen auch eine gesellschaftliche Verantwortung, wobei die reine Gewinnmaximierung eine untergeordnete Rolle spielt. Ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit, das sind die hehren Ziele der beiden Jungunternehmer.

Von dieser Unternehmensphilosophie sollten sich andere Firmen mal eine Scheibe abschneiden.

 

Berlin – arm aber sexy?

Berlin, der Stadt, der man eigentlich permanente Geldnot nachsagt, hat anscheinend immer noch irgendwo einen Sparstrumpf, aus dem sie ungewöhnliche, manche würden vielleicht sagen umstrittene, Projekte finanzieren kann.

Stolze 600.000 € ist dem Senat die Einführung einer sogenannte Begnegnungszone wert, d.h. einem Straßenabschnitt, auf dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Soweit zumindest der Plan, wenn da nicht die StVZO wäre.

Begegnungszonen sind nicht neu. Wer hat sie erfunden? Richtig, die Schweiz. Dort haben Fußgänger „Vorfahrt“. In den Niederlanden sind  alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt in „Shared Spaces“ unterwegs. Doch bei uns müsste man erst die StVZO ändern, um Gleichberechtigung unter allen Straßennutzern zu garantieren, denn PKWs haben auf deutschen Straßen auf gerader Strecke immer Vorfahrt, es sei denn es handelt sich um eine Spielstraße mit Schrittgeschwindigkeit.

Nach langjähriger Planung wird in Berlin-Schöneberg jetzt auch eine Begegnungszone Realität. Rad fahren auf den bisher gemeinsam genutzten Rad-/Gehwegen ist künftig nicht mehr erlaubt. PKW und Radfahrer teilen sich zukünftig die Fahrbahn, Fußgänger haben den Bürgersteig dann für sich allein. Um chronischen Rasern einen Riegel vorzuschieben, soll die max. Geschwindigkeit von 30 km/h auf 20 km/h herabgesetzt und die Straßenführung durch Aufpflasterung und Verschwenkungen so verändert werden, dass Raserei auch gar nicht möglich ist.

Dass so ein friedliches, gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmber auf einer Straße möglich ist, sieht man in der Schweiz und den Niederlanden. In Straßburg habe ich ja jüngst mit eigenen Augen gesehen, wie selbstverständlich, harmonisch und rücksichtsvoll sich Radfahrer und Fußgänger selbst in einer Fußgängerzone begegnen können.

Ob so ein friedliches Miteinander wohl auch auf unseren Straßen möglich ist? Wir haben es immer so eilig. Von Rücksichtnahme merkt man oft wenig. Da wird zu schnell gefahren, Verkehrszeichen ignoriert, gedrängelt, gehupt, geklingelt, sich breit gemacht. Vielleicht sollten wir so ein Konzept erst in unseren Köpfen verwirklichen. Verkehrserziehung findet bei uns – wenn überhaupt – zweimal im Leben statt: in der Grundschule und wenn man seinen Führerschein macht. Wenn man sich das Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer so anschaut, scheint das nicht genug zu sein, um Verkehrsregeln zu verinnerlichen. Auch dort müssen wir ansetzen, wenn wir neue Verkehrskonzepte wie Begegnungszonen, Fahrradstraßen, Fahrradhighways durchsetzen wollen.

Tut was für eure Gesundheit – fahrt Rad

Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, morgens 16 Kilometer hin, abends 16 Kilometer wieder zurück. Ich fahre bei jedem Wetter mit dem Rad, auch bei Regen, Kälte oder Schnee. Seit ich jeden Tag mit dem Rad fahre, war ich noch nie krank (toi, toi, toi). Der gesundheitliche Aspekt ist aber nicht der Grund, warum ich mit dem Rad fahre. Mir macht das einfach Spaß. Außerdem komme ich morgens frischer und ausgeschlafener im Büro an und kann abends nach einem anstrendenen oder nervigen Arbeitstag auf dem Heimweg schon mal Dampf ablassen, so dass ich meinen Frust nicht an der Familie auslassen muss.

Nur weil ich gesund bin, heißt das ja noch lange nicht, dass das auf alle Radfahrer zutreffen muss. Jetzt bin ich per Zufall auf eine aktuelle Umfrage gestoßen, die eine Masterstudentin der Uni Bonn in Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsberatungsunternehmen EcoLibro online durchführt. Juliane Kemen untersucht in ihrer Masterarbeit, ob und in wie weit die Wahl des Verkehrsmittels für den Weg zur Arbeit unsere Gesundheit beeinflusst. Die Beantwortung der Fragen dauert nur ein paar Minuten, die Befragung ist anonym und personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Bitte nehmt euch die Zeit, und beantwortet die Fragen so wahrheitsgemäß wie möglich. Nur wenn möglichst viele Berufstätige an dieser Umfrage teilnehmen, ist sie repräsentativ und aussagekräftig. Die Befragung läuft noch bis Ende des Jahres.

Darf ich rechts überholen?

Ja, das darf ich, selbst wenn sich anders als auf dem Foto unten kein Radweg rechts neben der Fahrspur befindet.

Rechts überholen erlaubt, auch ohne Radweg

Was sagt das Gesetz (§ 5, Absatz 8 der StVZO)?

Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen.

Die Situation oben im Bild ist sowieso eindeutig: Es ist ausreichend Platz rechts neben dem Fahrstreifen, ich darf also rechts überholen. Aber selbst wenn kein durch Markierung deutlich zu erkennender Radweg da ist, darf ich als Radfahrer rechts überholen, wenn sich zum Beispiel vor einer Kreuzung der Verkehr staut.

Autofahrer reagieren auf rechts überholende Radfahrer auf unterschiedlichste Weise. Grob gesagt kann man sie in folgende Kategorien einordnen:

  • die Platzmacher
  • die Träumer
  • die Wegversperrer

Die meisten machen Platz oder bleiben zumindest möglichst weit links auf der Straße und lassen einen vorbei. Dafür von dieser Stelle schon mal ein großes Dankeschön. Gefährlicher sind die Träumer, die einfach nicht damit rechnen, dass sie rechts überholt werden. Als Autofahrer sind wir es einfach gewohnt, dass schneller fahrende Fahrzeuge links an uns vorbeifahren. Daher sollten wir Radfahrer uns beim rechts Überholen immer auf Überraschungen gefasst machen. Ich habe schon oft erlebt, dass die Beifahrertür plötzlich aufgerissen wurde, weil jemand austeigen wollte.

Am schlimmsten sind aber die Wegversperrer. Manche Autofahrer können es einfach nicht ab, dass sie warten müssen und andere nicht. Bloß keinen durchlassen, schon aus Prinzip nicht.

Handschellen zur Radsicherung

Diebstahlsicherung in Costa Rica

Diebstahlsicherung in Costa Rica

Wofür Handschellen doch alles gut sein können! Aufgenommen von Birgit auf ihrer jüngsten Reise durch Costa Rica.

Karlsruhe – Wiege der Mobilität

Karlsruhe – Wiege der Mobilität

Auf dem Weg zum Wochenmarkt in Durlach bin ich heute an diesem süßen Goggomobil vorbeigekommen. Nicht nur das liebevoll restaurierte Fahrzeug mit seinem stilechten Koffer hinten ist mir sofort ins Auge gefallen, auch das gelbe Schild mit der Aufschrift „Karlsruhe – Wiege der Mobilität“.

Derzeit denkt man in Karlsruhe eigentlich weniger an Mobilität, sondern eher an Staus, gesperrte Straßen und Baustellen. Dass Karlsruhe sich mit Recht als  „Wiege der Mobilität“ bezeichnen kann, gerät da schnell in Vergessenheit.

  • Karlsruhe – Geburtsort von Carl Benz, dem Erfinder des ersten modernen Automobils.
  • Karlsruhe – Geburts- und Wohnort von Karl Freiherr von Drais, dem Erfinder der Draisine, dem Vorläufer des Fahrrades.
  • Karlsruhe – Vorbild in Sachen öffentlicher Nahverkehr. Das Karlsruher Modell ist Vorbild für viele Städte dieser Welt. Unsere Straßenbahn kann sowohl auf den Straßenbahn- als auch auf den Eisenbahnschienen fahren. Der Vorteil: Die Fahrgäste, die aus dem Umland kommen, müssen nicht mehr umsteigen. Sie können mit den Stadtbahnen direkt in die Innenstadt fahren. Eisenbahn und Straßenbahn gehen bei uns sozusagen in eins über.

Vintage oder aus Alt mach Neu

Heutzutage ist Altes nicht mehr Alt, sondern Vintage. Ich bin also nicht alt, sondern eigentlich Vintage. Doch das nur so nebenbei. Altes lässt sich nicht vermarkten, aber Vintage ist in.

Vintage kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie alt, erlesen, hervorragend. Es bezeichnet eine Moderichtung (z.B. Kleidung, Möbel, Musik oder auch Brillen), die darauf abzielt Dinge im Retrolook der 1930er bis 1970er Jahre zu gestalten.

In der Mode versteht man unter Vintage oft auch ein auf „gebraucht“ gestyltes Stück, was dann auf gut Deutsch „used look“ oder „destroyed look“ heißt.

Vintage ist also gerade angesagt und das nicht nur in der Mode, sondern auch in der Fahrradwelt. Wer etwas auf sich hält, kauft sich derzeit kein neues, sondern ein altes, gebrauchtes Rad. Diesen Trend erkannt hat Stefan Jansa aus Hamburg. Er kauft auf Flohmärkten oder über Ebay alte schrottreife Räder auf, macht sie wieder fahrtüchtig und verkauft sie dann für 100 – 600 Euro an seine meist junge Kundschaft. Jedes Rad hat seine Geschichte, jedes Rad ist ein Unikat. Die Kunden suchen das Außergewöhnliche. Das eigene Rad soll sich von den Rädern der Masse abheben. Nicht nur die Technik ist wichtig, auch das Design. Das Rad muss ein Hingucker sein, etwas Besonderes und Verlässliches. Diese Eigenschaften traut man komischerweise einem alten Rad eher zu als einem neuen.

Ein schönes, altes Rennrad schieben Studentinnen durch die Schanze wie sie eine Handtasche tragen – als Accessoire. Das Rad wird zum Modeartikel.

Insbesonders im Großstädten wie Hamburg oder Berlin ist die Nachfrage nach Vintage-Rädern groß. Zum einen, weil sie sich abheben von der Masse der aktuellen Räder und weil sie relativ günstig in der Anschaffung sind. Schließlich wird in den Städten viel gestolen, da schmerzt der Verlust eines alten Rades weniger als eines teuren neuen Flitzers.

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