Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Jahr: 2014 Seite 1 von 20

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Winterreifen fürs Rad

Winterreifen fürs Rad

Weihnachten in Norddeutschland: Dauerregen, stürmischer Wind, 2-stellige Temperaturen

Zurück in Karlsruhe: Neuschnee, Sonnenschein, knackiger Frost

Aber ich bin vorbereitet. Die Spikereifen sind aufgezogen.

Mensch lenkt – Fahrrad denkt

Das niederländische Forschungsministerium hat die Entwicklung eines intelligenten Fahrrades in Auftrag gegeben. Ein Prototyp ist bereits fertiggestellt, in zwei Jahren will man in die Serienfertigung gehen.

Zielgruppe dieses mitdenkenden Rades sind ältere Menschen, also Menschen wie ich, wenn man meine jüngeren Kollegen befragt oder Leute wie meine 86-jährige, immer noch Rad fahrende Mutter.
Der Verkehr und das Geschehen vor und hinter dem Rad werden mittels Kameras und Sensoren erfasst. Tauchen potentielle Gefahren auf, wird der Radfahrer nicht nur über ein Display, sondern auch durch ein Vibrieren der Lenkergriffe gewarnt.
Ob so eine Technik tatsächlich brenzlige Situationen oder gar Unfälle vermeiden hilft oder im Gegenteil den Fahrer nur ablenkt, muss jeder für sich entscheiden. Ich befürchte eher Letzteres. Auf You Tube könnt ihr euch ein kurzes Video anschauen, in dem das Rad vorgestellt wird.

Eine Augenweide ist das Gefährt nicht gerade. Meiner Mutter würde es vielleicht gefallen. Ihr Stößer sieht ähnlich aus. Mir ist das Rad zu klobig und altbacken. Mich würde schon der tiefe Einstieg stören. Aber wie gesagt, ich bin Gott sei Dank auch nicht Zielgruppe dieses „intelligenten“ Fahrrades. Ich bin ja noch jung ;-).

Beleuchtung richtig einstellen

Sehen und gesehen werden, das ist jetzt in der dunklen Jahreszeit ganz besonders wichtig. Mehr Licht bedeutet auch immer mehr Sicherheit, aber nur wenn es nicht auf Kosten anderer geht. Denn mit einer falsch eingestellten Beleuchtung blende ich entgegenkommende Verkehrsteilnehmer und gefährde ihre Sicherheit.

Akku-Scheinwerfer, die ja bekanntlich seit Ende letzten Jahres an allen Fahrrädern erlaubt sind, sofern sie mit dem Prüfzeichen „K“, einer Welle und einer Nummer versehen sind, lassen sich am besten einstellen.

Laut § 67, Absatz 3 der StVZO müssen Fahrräder

… mit einem nach vorn wirkenden Scheinwerfer für weißes Licht ausgerüstet sein. Der Lichtkegel muss mindestens so geneigt sein, dass seine Mitte in 5 m Entfernung vor dem Scheinwerfer nur halb so hoch liegt wie bei seinem Austritt aus dem Scheinwerfer. Der Scheinwerfer muss am Fahrrad so angebracht sein, dass er sich nicht unbeabsichtigt verstellen kann. (…)

Wie darf man sich das bildlich vorstellen? Wenn ihr an eurem Rad eine für den Straßenverkehr zugelassene Akku-Beleuchtung montiert habt, könnt ihr die Neigung des Scheinwerfers alleine justieren. Stellt euer Rad einfach so auf, dass sich der Scheinwerfer ca. 5 Meter vor einer Wand befindet. Beleuchtung einschalten. Höhe des Scheinwerfers messen, halbe Scheinwerfer-Höhe ausrechnen, diese an der Wand markieren und die Beleuchtung so lange justieren, bis die Mitte des Scheinwerferkegels (nicht der hellste Punkt) sich auf der halben Scheinwerfer Höhe befindet.

Wenn ihr eine fest installierte Beleuchtungsanlage habt, holt ihr euch am besten jemanden, der euch beim Einstellen hilft, indem er das Rad vorne leicht anhebt und das Vorderrad dreht.

Last-Minute-Geschenke nicht nur zu Weihnachten

Ihr wisst nicht, was ihr eurem Radsport begeisterten Gatten schenken sollt? Wie wäre es mit einem Bildband von Philipp Hympendahl. Der Titel lautet “Beyond the Finish Line” (ISBN 978-3-00-046552-9) und wurde von Philipp Hympendahl (Fotograf) und Tim Farin (Radsportjournalist) herausgegeben. Die Fotos geben einen phantastischen Einblick in die Welt des Radsports und dem Drumherum mit all seinen Facetten.

Etwas Kuscheliges für die Winterzeit bietet VAUDE. Mit der Softshell Jacke Wintry II hat niemand mehr die Ausrede, es sei zu kalt zum Radfahren. Die Jacke ist 100% winddicht, bietet somit hervorragenden Wind- und Kälteschutz. Das Material ist elastisch und angenehm weich. Reflektoren sorgen auch in der Dunkelheit für Sicherheit im Straßenverkehr. VAUDE ist Vorreiter in Sachen Umweltschutz. Das Green Shape Gütesiegel steht für eine umweltfreundliche Material-Herstellung nach dem strengen bluesign® Standard.

Sicherheit durch Sichtbarkeit – das ist jetzt in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig. Die Firmen Busch und Müller und Sigmasport bieten für den kleinen und großen Geldbeutel Sicherheit in Form von Akku betriebenen und StVZO zugelassenen Frontscheinwerfern und Rückstrahlern. Das Ixon IQ Premium von Busch und Müller bietet z.B. 80 Lux für 5 Stunden bzw. 15 Lux für 20 Stunden im Low-Power-Modus. Den Akkuscheinwerfer gibt es für knapp 80 Euro. Er kommt serienmäßig mit 4 Mignon Akkus, Universalhalter für alle Lenkergrößen und Ladenetzteil.

Die Frontleuchte Sportster von Sigma Sport gibt es schon für knapp 50 Euro. Sie wird mit einer Klick-Halterung geliefert. Sie bietet 30 Lux, hat einen integrierten Lithium-Ionen-Akku und wird über einen Micro-USB-Anschluss geladen.

Überwintern – So überleben Akkus auch einen langen Winterschlaf

E-Bikes  und Pedelecs erfreuen sich ungemeiner Beliebtheit. Laut Zeit Online sind sie sogar „cool“ und „machen gesund“. Komischerweise sehe ich jetzt in der kalten Jahreszeit kaum jemanden, der mit einem E-Bike oder Pedelec unterwegs ist. Vielleicht ist das doch nicht so „cool“ wie es behauptet wird oder den meisten Menschen im wahrsten Sinne des Wortes zu „cool“.

Wieso sollte es da den Akkus anders gehen. Auch sie fühlen sich zwischen 5 und 30 ° Celsius am wohlsten. Das heißt aber nicht, dass man sein Elektro-Fahrrad nicht bei Minusgraden fahren kann. Heutige Pedelecs und E-Bikes ziehen ihre Antriebskraft aus leistungsstarken Lithium-Ionen Akkus. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist lediglich zu beachten, dass die Leistung nachlässt und damit natürlich auch die Reichweite geringer wird. Je nach Temperatur kann diese nur noch 70 Prozent des Normalen betragen. Wer also einen extrem langen Weg zwischen seinem Wohnort und Arbeitsplatz hat, sollte sich die Anschaffung eines zweiten Ladegerätes für den Arbeitsplatz überlegen. Akkus mögen es kuschelig und sollten am Ende einer Fahrt mit ins Haus genommen werden, insbesondere wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen.

Beim Laden des Akkus ist zu beachten, dass die Umgebungstemperatur die Kapazität des Akkus beeinflusst. Ist es zu kalt, kann der Akku nicht vollständig geladen werden. Man sollte also mit dem Aufladen warten, bis der Akku Zimmertemperatur erreicht hat. Wohl dem, der die Bedienungsanleitung seines E-Bikes bzw. Pedelecs bis zum Ende gelesen hat. Dort ist nämlich genau beschrieben, was passieren kann, wenn man zum Beispiel seinen Akku bei Temperaturen im unteren einstelligen Bereich lädt. Schlimmstenfalls schrottet man so seinen Akku und muss sich einen neuen kaufen. Bei Preisen um die 500 Euro, wird man beim nächsten Akku sicherlich die Bedienungsanleitung gründlicher lesen.

Doch wie gesagt, die meisten E-Bike und Pedelec Fahrer schicken ihr Gefährt in den wohlverdienten Winterschlaf. Damit man im Frühling, wenn die Radfahr-Saison für die meisten wieder beginnt, keine Überraschungen erlebt, sollte man sein Elektro-Fahrrad und den Akku getrennt überwintern lassen.

Das Rad kann ruhig in der kalten Garage überwintern, sofern es dort trocken steht. Den Akku sollte man aber mit ins Haus nehmen und bei einer Temperatur zwischen 5 und 20 Grad lagern. Der Speicher sollte dabei weder voll entladen noch voll aufgeladen sein.  Zwischen 50 und 80 Prozent sind optimal, wobei es natürlich modellspezifische Abweichungen geben kann.  Wer seinen Akku länger als 3 Monate nicht gebraucht, sollte den Ladezustand kontrollieren und den Akku ggf. aufladen, um eine Tiefentladung und mögliche Beschädigung zu vermeiden.

Staiger Oregon – Dauertest

Ein Jahr Dauertest Staiger Oregon, Zeit für eine Zwischenbilanz:

  • Gefahrene Kilometer: > 7500 km
  • Gefahrene Streckenlängen: zwischen 1 und 100 km
  • Wo gefahren: Asphalt, Kopfsteinpflaster, Schotter, Waldwege (Waldautobahnen)
  • Wann gefahren: ganzjährig
  • Verbrauchsmaterial: 2 Schläuche, 1 Bremsbelag vorne und hinten, 1 Kette, 1 Kassette hinten, Pflegemittel
  • Sonstiges: 2 neue Mäntel (unplattbare von Schwalbe)
  • Reparaturen: keine

Die beiden neuen Mäntel wären nicht nötig gewesen, denn die vom Hersteller verbauten waren noch gut. Aber ich hatte schlicht und ergreifend keine Lust mehr, alle Nase lang den Schlauch zu wechseln.

Ansonsten hat mein neues Trekkingrad keinerlei Kosten verursacht. Denn Rad fahren verbrennt nur Fett und kein Geld, während Auto fahren Geld verbrennt und und leider auch viele Menschen fett macht.

Was ich am meisten an meinem neuen Trekkingrad schätze, ist seine Robustheit und Zuverlässigkeit. Es hat mich bis dato auch nicht ein einziges Mal im Stich gelassen. Keine Probleme mit der Schaltung, keine Probleme mit der Beleuchtung, keine Probleme mit den Bremsen. Das Oregon punktet aber nicht nur in Sachen Zuverlässigkeit, auch was die Spritzigkeit anbetrifft kann es mit leichteren Crossrädern durchaus mithalten.
Dass Bremsbeläge nicht ewig halten, ist normal. Dass sich Bremsbeläge leicht wechseln lassen, ist dagegen nicht unbedingt selbstverständlich. Selbst Leute, die wie ich in Sachen Technik eher zwei linke Hände haben, können die Beläge mit ein paar Handgriffen auswechseln. Nichts muss eingestellt werden. Einfach alte Beläge weg, neue Beläge hin – fertig!

Von daher kann ich dem Hersteller nur zustimmen, wenn er auf seiner Homepage verkündet:

Der Langstreckenkönig unter den Trekkingrädern. Das Oregon gänzt durch Robustheit ebenso wie durch Zuverlässigkeit. Bei Antrieb und Schaltung kommen ausschließlich ausgesuchte Bauteile aus der Shimano Deore XT Gruppe zum Einsatz. Abgerundet wird die hochwertige Ausstattung durch eine moderne Beleuchtungsanlage und dem extrem belastbaren Tubus Logo Gepäckträger. Ein Trekkingrad par exellence.

Ich habe am Rad eigentlich nur eines zu bemängeln: das vordere Schutzblech. Es ist viel zu kurz, und zwar an beiden Enden. Bei Regen oder Nässe auf der Straße spritzt das Wasser direkt auf die Füße bzw. die Schienbeine. Abhilfe schaffen könnte da ein sogenanntes Longboard von SKS.

Aber insgesamt bin ich mit meinem Staiger Oregon voll zufrieden. Das Trekkingrad kann ich jedem empfehlen.

Danny Macaskill: The Ridge

Wenn ihr denkt, ihr könntet Mountainbiken, vergesst es. Können bedeutet mehr, viel mehr:

Sieben Gründe für ein E-Bike unter dem Weihnachtsbaum

So lautet der Titel eines Artikels, der Anfang Dezember auf Zeit Online veröffentlicht wurde. Ohne den Artikel gelesen zu haben, könnte ich sofort einen gewichtigen Grund nennen, warum ein E-Bike mit Sicherheit unter vielen Weihnachtsbäumen nicht auftauchen wird: der Preis.

In einem Land, in dem ein nicht gerade geringer Prozentsatz von Menschen am Ende des Geldes noch ein Menge Monat vor sich hat, den es zu finanzieren gilt, finde ich so einen Titel geradezu unverschämt und peinlich. Was gibt es dann nächstes Jahr? Ein Elektroauto für die Gattin und ein Pferd für die Tochter? So ein Pferd erfüllt auch viele der vom Autor genannten Gründe für ein E-Bike unter dem Weihnachtsbaum:

  • Ein E-Bike ist günstig.
  • Ein Pedelec braucht wenig Platz.
  • Pedelec fahren ist immer noch Rad fahren.
  • Ein E-Bike motiviert.
  • E-Bikes sind sauber.
  • Pedelecs machen gesund.
  • E-Bikes sind cool.

Auch Pferde sind „cool“, sie motivieren bestimmt auch viele Menschen, sich zu bewegen und sind vielleicht auch förderlich für die Gesundheit. Geht es aber nicht ein wenig bescheidener? Ich dachte immer, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten. Feiern wir Weihnachten eigentlich nur noch wegen der Geschenke?

Doch jetzt zum Artikel selbst. Ich habe selten einen Text gelesen, in dem die Begriffe „E-Bike“ und „Pedelec“ derart wild durcheinander verwendet wurden. Das finde ich für eine renommierte Wochenzeitung wie die ZEIT etwas schwach. Was soll ich mir denn jetzt unter den Tannenbaum legen? Ein E-Bike oder ein Pedelec. Beim Pedelec (Electrically Power-Assisted Cycle) muss ich noch selbst in die Pedale treten. Der Elektromotor bietet nur eine Tretunterstützung. Wenn ich aufhöre zu treten oder schneller fahre als 25 km/h, schaltet sich der Elektromotor automatisch ab. Für ein Pedelec brauche ich im Gegensatz zum E-Bike keine Betriebserlaubnis. Womit wir schon beim E-Bike wären. E-Bikes, auch Leichtmofas genannt, fahren auch ohne dass ich in die Pedale trete mit reiner Motorkraft. Sie sind versicherungspflichtig, auch wenn ihre Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h gedrosselt ist.

Kommen wir zum Preis. Ein E-Bike sei mit einem Anschaffungspreis von knapp 2000 Euro günstig, so der Autor. Ob man für 2000 Euro schon ein gescheites Pedelec oder E-Bike bekommt, lassen wir jetzt mal außen vor. Auch „günstig“ ist relativ. Wenn sich mein monatliches Nettoeinkommen auf mehr als 5000 Euro beläuft, dann ist so ein „Elektro-Fahrrad“ –  so nenne ich es jetzt mal – sicher günstig oder immer noch günstiger als ein gebrauchter Kleinwagen. Aber Otto Normalverbraucher kauft sich und seinen Lieben so ein Elektro-Fahrrad bestimmt nicht mal so zwischendurch. Zumal in ein Auto mehrere Personen passen, auf ein Elektro-Fahrrad aber nur eine Person zur Zeit. Abgesehen von den Anschaffungskosten verursachen Elektro-Fahrräder auch Folgekosten. Schließlich muss man den Akku laden, und zwar mit Strom, und der fließt aus der Steckdose auch nicht gerade kostenlos. Ein E-Bike ist außerdem noch versicherungspflichtig.

Wie sieht es mit dem Platzbedarf solch eines Elektrofahrrades aus? Da stimme ich Herrn Domes zu. Ein Elektrofahrrad benötigt weniger Platz als ein Auto. Auf einem Autoparkplatz kann man sicherlich viele Räder abstellen. Allerdings wage ich es zu bezweifeln, dass auf einem Autoparkplatz 10 Elektro-Fahrräder Platz finden.

Auch wäre es schön, wenn man sein (Elektro-)Fahrrad auf so einem Parkplatz nicht nur abschließen sondern auch anschließen könnte. 2000 Euro und mehr wollte ich nicht unbedingt ungesichert irgendwo stehen lassen. Mit an den Arbeitsplatz nehmen ist auch keine Option. Wer schleppt schon gut 20 kg – und so viel wiegt ein normales E-Bike oder Pedelec mindestens – ein paar Stockwerke rauf und wieder runter.

„Pedelecs machen gesund“, so Herr Domes. Wenn ich das bloß früher gewusst hätte, dann wäre ich im Krankheitsfall nicht zum Arzt gegangen, sondern hätte mir ein Pedelec gekauft.

Und auf dem Elektrorad werden die Gelenke beim Fahren stärker geschont als auf einem normalen Fahrrad – weil der Fahrer gleichmäßig unterstützt wird.

Lieber Herr Domes, ich weiß nicht, wie Sie Rad fahren, aber meine Gelenke sind auch nach jahrelangem Rad fahren ohne Tretunterstützung durch einen Elektromotor top in Schuss. Ich tue etwas für meine Gesundheit, wenn ich Rad fahre. Ich stärke sicherlich auch mein Immunsystem, aber heilende Wirkung – sozusagen durch Hand oder sollte ich sagen Motor auflegen – haben Pedelecs sicherlich nicht.

„E-Bikes sind cool“. Wenn ich irgendetwas total „uncool“ finde, dann ist es das Adjektiv „cool“. Es reicht, dass ich mir dieses abgelutschte, nichtssagende und überstrapazierte Wort in meiner Firma bei der wöchentlich stattfindenden Team-Besprechung um die Ohren hauen lassen muss, aber dass selbst die ZEIT mit so einem abgedroschenen Adjektiv daherkommt, enttäuscht doch sehr.

Nüchtern betrachtet fährt man mit Alkohol besser

Was man für die Wissenschaft doch alles tut! Zum Beispiel trinken. Alkohol versteht sich, in Form von Bier, Wein und Schnaps. An der Uni Mainz wurde untersucht, wie sich Alkohol tatsächlich auf die Fahrsicherheit und Fahrweise beim Radfahren auswirkt. An Probanden hat es nicht gemangelt, denn den Alkohol gab es gratis.

Rein rechtlich gesehen dürfen sich Radfahrer auch noch mit 1,5 Promille aufs Rad schwingen, solange sie nicht auffallen oder andere gefährden. Eine Trunkenheitsfahrt  im Sinne des § 316 StGB liegt erst vor, wenn das Rad nicht mehr sicher geführt werden kann. Eine feste Promillegrenze gibt es daher eigentlich nicht. Der eine fällt vielleicht schon nach einem Bier durch seine unsichere Fahrweise auf, andere wiederum können noch mit 1,5 Promille ohne Ausfallerscheinungen Rad fahren.

Doch die Uni Mainz wollte es genau wissen. Ort der feucht-fröhlichen wissenschaftlichen Studie der Medizinstudentin Katja Luchmann: eine Sporthalle der Uni Mainz. Jeder Proband musste drei unterschiedliche Parcours durchfahren. Zuerst ging es gerade auf eine Ampel zu. Die Versuchspersonen mussten nicht nur auf die Signale achten, sondern auch noch Bällen ausweichen. Danach musste eine große Acht mit Richtungswechsel durchfahren werden. Zum Schluss folgte eine Slalom-Fahrt, bei der die zu durchfahrenden Tore zum Ende hin immer enger gesteckt waren. Einige Testfahrer hatten schon nüchtern Probleme, die Parcours zu meistern.

Vor dem Start mussten die Probanden erst mal an ihrem Alkoholpegel arbeiten. Gefahren wurde dann zunächst mit 0,5 Promille und weiter ging es mit 1,0 Promille. Trinkfeste Testfahrer durften dann auch noch mit 1,5 Promille auf die Strecke.

Das erstaunliche Fazit:

  • Routinierte Radfahrer machten selbst bei 1,0 Promille weniger Fahrfehler als durchschnittliche Gelegenheitsfahrer
  • Bei mehr als 1,1 Promille stiegen die Ausfallerscheinungen

In der Unfallstatistik für Radfahrer liegt Alkohol auf Rang vier. Häufigster Grund für Unfälle ist das Fahren auf der falschen Straßenseite. Gut 70.000 Fahrradunfälle wurden im vergangenen Jahr von Polizei und Versicherungen gemeldet. Die traurigen Zahlen sehen wie folgt aus:

Anteil der Fahrradfahrer am Unfallgeschehen

Anteil der Fahrradfahrer am Unfallgeschehen 2013

 

Anteil der tödlichen Un

Verteilung der tödlich verunglückten Radfahrer nach Altersgruppen

Mehr als die Hälfte aller im Jahr 2013 tödlich verunglückten Radfahrer (55,6 %) war jenseits der 60.

Mach dich sichtbar

Freitagmorgen wurden viele Radfahrer in Karlsruhe für etwas belohnt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte – sie fuhren mit Licht. Dass das leider nicht so selbstverständlich ist, muss ich insbesondere abends des öfteren feststellen. Viele Radfahrer meinen, weil sie noch was sehen, werden sie selbst auch noch gesehen. Da liegen sie leider falsch. Um so überraschter waren viele Karlsruher am Freitagmorgen, als ihnen  in aller Herrgottsfrühe von einigen Stadträten höchstselbst ein Dankeschön in Form eines Nikolauses übergeben wurde, weil sie mit Licht fuhren.

Mach dich sichtbar

Mach dich sichtbar (Quelle: AGFK)

Seit November läuft bei uns die Aktion „Mach dich sichtbar„. Im November konnte man sich an einem Aktionstag seine Beleuchtungsanlage kostenlos überprüfen und vor Ort reparieren lassen. Wer diesen Termin verpasst hat, der muss sich nicht ärgern, denn bei vielen Karlsruher Fahrradhändlern kann man diesen Licht-Check noch bis zum 28. Februar kostenlos durchführen lassen. Möglicherweise notwendige Reparaturen sind dann allerdings nicht mehr kostenlos. Aber immerhin bekommt man noch 20 Prozent Rabatt auf alles, auch auf das Material.

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