Das Rad - Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Jahr: 2013

Wir können alles – sogar Waldautobahn

Als Norddeutscher kommt man sich in südlichen Bundesländern ja immer etwas minderbemittelt vor. Egal ob Pisa, IGLU oder Einkommen, wir hinken auf so vielen Gebieten hinterher. Und jetzt auch noch das: wo wir popelige Waldwege haben, haben die Baden-Württemberger Waldautobahnen!  Die sind mindestens zwei Meter breit und dürfen bzw. müssen von allen Mountainbikern benutzt werden.
Als ich das erste Mal davon in einem Fahrradblog las, dachte ich, nicht schon wieder! Selbst im Wald brauchen sie eine Extrawurst, die Baden-Württemberger.

Kombilösung lässt E-Bike Geschäft boomen

Was dem Stuttgarter sein Bahnhof, dem Berliner sein Flughafen und dem Hamburger seine Elbphilharmonie ist dem Karlsruher seine Kombilösung. Wie die anderen Bauprojekte auch ist die Kombilösung umstritten, teurer als veranschlagt und zieht sich in die Länge. Ziel der Kombilösung ist es, die Straßenbahnen unter die Erde zu bringen – nicht im übertragenen Sinne, sondern real. Dies soll dem Bürger „mehr Mobilität, mehr Shoppingspaß und mehr vom Leben“ geben, heißt es blumig auf der Homepage des Bauprojekts. Momentan schafft es Staus, Umleitungen, frustrierte Pendler und alles andere als Shoppingspaß. Wo man heute noch freie Fahrt hat, kann sich morgen schon eine riesige Baugrube auftun. Wie Pilze schießen die einzelnen Baustellen aus dem Boden. Ortsfremde sind verloren, denn ein Navi nützt hier nichts und das Umsteigen auf Busse oder Bahnen ist sinnlos, denn der öffentliche Nahverkehr ist von den Auswirkungen der Kombilösung genauso betroffen.
Des einen Leid, ist des anderen Freud – viele Pendler sind umgestiegen vom Auto aufs Rad. Insbesondere das E-Bike und das Pedelec erfreuen sich laut Presse immer größerer Beliebtheit. Günstiger in der Anschaffung als ein Moped, Motorrad oder Roller, sind E-Bikes eine echte Alternative, wenn es darum geht schnell und günstig in die Stadt zu kommen. So kann man mühelos jede Baustelle umfahren und dem täglichen Frust im Stau entgehen ohne gleich ins Schwitzen zu geraten.

Männer lassen sich nicht gerne überholen

Insbesondere nicht von Frauen

Ist euch das auch schon mal aufgefallen, Mädels, dass sich Männer nicht gerne von Frauen überholen lassen. Man denkt an nichts Böses, radelt im gewohnten Tempo vor sich hin und überholt einen langsamer fahrenden Radfahrer männlichen Geschlechts. Die meisten Männer, die merken, dass sie von einer Frau überholt werden, legen sofort einen Zahn zu. Eine Weile hecheln sie hinter dir her, überholen dich vielleicht sogar wieder, nur um dann ein paar hundert Meter weiter erneut zu schwächeln, so dass du sie wieder überholen kannst. Lässt es euer Ego nicht zu, dass eine Frau euch überholt? Was ist denn so schlimm daran?

Stramme Waden

Die Waden der RadfahrerInnen sind stramm!

 

Radtour durchs Elsass

Ein kleines Kreuz an der falschen Stelle und dessen Folgen
Bei der Planung unserer sonntäglichen Radtouren greifen wir auch immer wieder gerne auf Wegbeschreibungen anderer zurück. Wozu das Rad noch mal neu erfinden bzw. sich Radstrecken überlegen, wenn andere das bereits für einen getan haben. Ein bei Radfahrern, Wanderern und Läufern beliebtes Suchportal für Mountainbike-, Rennrad-, oder Wanderstrecken ist GPSies (ausgesprochen Gypsies). Man kann von GPSies Strecken anderer herunterladen, eine neue Strecke anhand von Wegpunkten erstellen oder eigene Strecken hochladen. Alles was man braucht ist ein GPS-Gerät und eine gewisse Affinität fürs Internet.
Die Suche geht einfach. Man gibt den Ort ein, in dessen Nähe man ein Stecke sucht und grenzt durch Anklicken weiterer Suchoptionen ein: Streckenlänge, Höhenmeter, geeignet für Familien mit Kindern oder sportlich Ambitionierte, für Rennradfahrer oder Mountainbiker, eben oder hügelig, Single Trail, Schotter oder Straße, u.v.m. Man hat eine Fülle von Auswahlmöglichkeiten, so dass man seine Suche gezielt eingrenzen kann.

Eine Radtour, die wir über GPSies gefunden hatten, führte uns ins Nordelsass. Es handelte sich um eine Rundstrecke mit Start und Ziel in Wissembourg. Wir luden die Strecke auf unseren Garmin, packten die Crossräder aufs Auto und fuhren ins benachbarte Frankreich.

Mein erstes Mal – auf einem Einrad

Man ist nie zu alt etwas Neues zu lernen!

Wie viele Mädchen zwischen 8 und 10 wurden auch meine beiden Töchter vom Einrad-Fieber gepackt. Die Älteste machte es vor, die Jüngere zog nach. Als die jeweiligen Freundinnen meiner Töchter sahen, was man auf einem Einrad für Kunststücke vollbringen kann, war kein Halten mehr. Bald war unser komplettes Dorf vom Einrad-Bazillus angesteckt und es reichte den Mädchen nicht mehr, nur im Sommer bei gutem Wetter trainieren zu können. Also fragten wir den ortsansässigen Verein, ob wir am Samstag die Mehrzweckhalle benutzen dürften. Als Gegenleistung boten wir an, anderen Kindern das Einrad fahren beizubringen.
Wenn ich gewusst hätte, auf was ich mich damit einlassen würde. Denn die Halle durften sie nur benutzen, solange ein Erwachsener die Aufsicht führte. Da hatte ich den Salat. Der Samstagmorgen war fortan belegt.
Ich war zuständig für die blutigen Anfänger, während meine Töchter mit anderen „Profis“ virtuos im Kreis fuhren, freihändig aufstiegen, pendelten, hüpften oder auf den Einrädern Hockey spielten.
Unser Angebot richtete sich bewusst nur an Mädchen und nicht an Jungs. Die wollen in der Regel nämlich nicht Händchen haltend durch die Halle schweben, sondern es richtig „krachen lassen“. In etwa so wie Kris Holm, dessen Video ihr euch hieranschauen könnt.

Mein erstes Mal – mit Spike-Reifen

Es ist Winter und die Wettervorhersage verheißt nichts Gutes: es soll schneien. Um drohendem Frust und schlechter Laune vorzubeugen, hat mein Mann sich geopfert, oder besser gesagt er hat sein Rad geopfert. „Schau was ich gemacht habe: Ta dah, ich habe auf meinem Trekkingrad Spike-Reifen aufgezogen, damit du ab jetzt auch mit dem Rad zur Arbeit fahren kannst, wenn es geschneit hat.“  Ist er nicht ein Schatz! Vor dem Kauf der Spikereifen hatte mein Mann sich schlau gemacht. In der November / Dezember Ausgabe des Fahrradmagazins Trekkingbike waren diverse Spike-Reifen getestet worden. Gut abgeschnitten hatte u.a. der Winterreifen der Firma Schwalbe. Da all unsere Räder mit „unplattbaren“ Reifen dieser Firma ausgerüstet sind und wir nur gute Erfahrungen gemacht haben, hat sich mein Mann für den Schwalbe Marathon Winter entschieden. Dieser Reifen hat insgesamt 240 Stahlstifte, die in 4 Reihen angeordnet sind. Jeder einzelne Stift wird per Hand eingesetzt. Das erklärt natürlich, warum Spike-Reifen deutlich teurer sind als „normale“ Reifen.

„Mein“ Winterrad für Schnee und Eis

Wer die Wahl hat, hat die Qual – auch beim Fahrradkauf

Kaum hat man seinem Umfeld mitgeteilt, dass man sich ein neues Rad kaufen will – in meinem Fall ein Trekkingrad – wird man überhäuft mit gutgemeinten Ratschlägen.
Ehemann:  „Was, das Rad willst du dir kaufen? Viel zu teuer! Für das Geld bekommst du ja schon ein Rad mit Rohloff Nabenschaltung. Und überhaupt, das Rad hat ja nicht mal durchgängige Komponenten!“
Bruder: „Nein, für das Geld würde ich das auch nicht kaufen und ein Rad ohne Federgabel und Scheibenbremse! Das geht sowieso nicht! Das gehört doch heute zur Grundausstattung.“
Ehemann: „Wozu eine Scheibenbremse, die ist doch viel schwerer als eine Felgenbremse. Und um ab und zu mal vom Bordstein zu hüpfen, braucht sie bestimmt keine Federgabel“.
Bruder: „Und die Nabenschaltung wiegt etwa nichts? Von wegen, die ist viel schwerer als eine Kettenschaltung und bietet noch dazu viel weniger Gänge, vom Preis ganz zu schweigen.“
Derartig zugetextet mit Details ist man im Grunde nicht wirklich schlauer, sondern im Gegenteil eher frustriert und verunsichert. Nach dem Motto „selbst ist die Frau“ habe ich mich also mittels Herrn Google schlau gemacht, und mich zunächst über hilfreiche Websites wie der des  Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. und der Stiftung Warentest einen Überblick verschafft:  Wo und wie will ich mein Rad hauptsächlich einsetzen? Wie viel will ich ausgeben? Was ist mir wichtig? Was ist mir weniger wichtig? Wo kaufe ich? Wie teste ich? Im Grunde ist die Entscheidungsfindung wie bei einem Flowchart. Man hangelt sich von einer JA/NEIN Frage zur nächsten und findet so heraus was man unbedingt will und worauf man notfalls auch verzichten kann.

20 Reasons to Love Cycling

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Der Cartoonist und Zeichner Dave Walker hat auf einem seiner vielen Karikaturen rund ums Radfahren mal prägnant zusammengefasst, warum es sich lohnt Rad zu fahren.

Quelle: Dave Walker

 

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